{"id":1187,"date":"2023-08-28T16:32:05","date_gmt":"2023-08-28T16:32:05","guid":{"rendered":"http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/?p=1187"},"modified":"2026-04-15T08:13:14","modified_gmt":"2026-04-15T08:13:14","slug":"02-09-2023-um-1600-uhr-andreas-maier-liest-aus-seinem-aktuellen-roman-die-heimat","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/?p=1187","title":{"rendered":"02.09.2023 um 16:00 Uhr: Andreas Maier liest aus seinem aktuellen Roman \u201eDie Heimat\u201c"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"683\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/MaiercMarkusKirchgessner-683x1024.jpg\" alt=\"Mann mit kurz geschnittenem Haar und Brille tr\u00e4gt ein wei\u00dfes Hemd und steht vor einer hellen, strukturierten Wand\" class=\"wp-image-1189 size-full\" srcset=\"http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/MaiercMarkusKirchgessner-683x1024.jpg 683w, http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/MaiercMarkusKirchgessner-200x300.jpg 200w, http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/MaiercMarkusKirchgessner-768x1152.jpg 768w, http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/MaiercMarkusKirchgessner-1024x1536.jpg 1024w, http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/MaiercMarkusKirchgessner-1366x2048.jpg 1366w, http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/MaiercMarkusKirchgessner.jpg 1575w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Lesung &amp; Gespr\u00e4ch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Moderation: Britta Gansebohm<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ort: K\u00fcnstlerhof Schreyahn, Rundling 19, 29462 Wustrow<\/p>\n\n\n\n<p>Kulturbeitrag: 8 Euro \/ erm\u00e4\u00dfigt 4 Euro (f\u00fcr Sozialhilfeempf\u00e4nger &amp; B\u00fcrgergeldempf\u00e4nger), kostenlos f\u00fcr alle Menschen bis 18 Jahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Kartenvorverkauf und Reservierungen:&nbsp;\u201eBuch und Musik\u201c&nbsp;05862 985243 oder per E-Mail:&nbsp;<a href=\"mailto:buchundmusik@aol.com\">buchundmusik@aol.com<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Info:&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.kuenstlerhof-schreyahn.de\/\">www.kuenstlerhof-schreyahn.de<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong>Die Heimat<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Roman | Ortsumgehung 9<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Deutschland, Anfang der siebziger Jahre: ein Land voller Angst vor allem Fremden. Der einzige Italiener an der Schule wirkt wie ein au\u00dferirdisches Wesen. In den Achtzigern sind es die T\u00fcrken, die zum ersten Mal die Tische vor die Wirtschaft stellen. W\u00e4hrend die Wetterauer den ersten D\u00f6ner im Landkreis als Widerstandsnahrung feiern, erobert der lange verschwundene Hitler den \u00f6ffentlichen Raum in Funk und Fernsehen. In den Neunzigern tr\u00e4umt der Erz\u00e4hler seinen gro\u00dfen Traum vom Wetterauer Land, verschwindet allerdings erst mal mit seiner Cousine unter einer Bettdecke am Ostrand der neuen Republik. Die Heimkunft gelingt innerfamili\u00e4r, das Haus der Gro\u00dfmutter wird als musealer Ort rekonstruiert, w\u00e4hrend im Ort wenigstens der Grundriss der 1938 niedergebrannten Synagoge wiederhergestellt wird. Aber noch im neuen Jahrtausend, als die ganze Republik st\u00e4ndig den Begriff \u00bbHeimat\u00ab diskutiert, will niemand vom fr\u00fcheren Leben in der konkreten Heimat wissen, als es die noch gab, die es seit ihrer Deportation nicht mehr gab.&nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><a href=\"http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/die-heimat_9783518431153_cover-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"617\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/die-heimat_9783518431153_cover-617x1024.jpg\" alt=\"Buchcover mit dem Titel 'Die Heimat' von Andreas Maier, das aus vielen kleinen, leicht versetzten Bildkacheln besteht, die einen Mann in Uniform vor einem Torbogen zeigen\" class=\"wp-image-1188\" style=\"width:250px;height:415px\" srcset=\"http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/die-heimat_9783518431153_cover-617x1024.jpg 617w, http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/die-heimat_9783518431153_cover-181x300.jpg 181w, http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/die-heimat_9783518431153_cover-768x1274.jpg 768w, http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/die-heimat_9783518431153_cover-926x1536.jpg 926w, http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/die-heimat_9783518431153_cover-1234x2048.jpg 1234w, http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/die-heimat_9783518431153_cover-scaled.jpg 1543w\" sizes=\"auto, (max-width: 617px) 100vw, 617px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Mit untr\u00fcglichem Gesp\u00fcr f\u00fcr alles Abgr\u00fcndige in der gelebten Normalit\u00e4t erz\u00e4hlt Andreas Maier von Deutschland zwischen Weltkrieg, Mauerfall und Jahrtausendwende; davon, wie es sich die Menschen gem\u00fctlich machen in vierzig Jahren Geschichte. Unbestechlich ist sein Blick auf eine Heimat, die seit jeher Fiktion ist.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pressezitate zum Buch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbWie in fr\u00fcheren B\u00fcchern gelingt es ihm auch in&nbsp;<em>Heimat<\/em>, privates Leben in seiner gesellschaftspolitischen Bedingtheit darzustellen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Christian Schacherreiter, Ober\u00f6sterreichische Nachrichten<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbMit den B\u00fcchern von Andreas Maier &#8230; reist man, als s\u00e4\u00dfe man in einer Zeitmaschine.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Profil Wien<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbMaiers&nbsp;<em>Ortsumgehung&nbsp;<\/em>ist jetzt schon literarisch so unverzichtbar, wie es Edgar Reitz\u2019 Film-Serie&nbsp;<em>Heimat&nbsp;<\/em>aus den 80er-Jahren ist.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>J\u00f6rg Magenau, rbb kultur<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbAndreas Maier schreibt mit seiner&nbsp;<em>Ortsumgehung<\/em>literarische Geschichte. L\u00e4ngst haben sich seine B\u00e4nde als unentbehrlich und \u00fcberaus bedeutend f\u00fcr die deutschsprachige Literatur erwiesen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>G\u00e9rard Otremba,&nbsp;<a href=\"http:\/\/soundsandbooks.com\/\">soundsandbooks.com<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbWer wissen m\u00f6chte, in was f\u00fcr einem Land wir leben, und wie man dar\u00fcber Literatur schreiben kann, der lese dieses Buch.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Dirk Knipphals, taz. die tageszeitung<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbMan soll die Heimat nicht denen \u00fcberlassen, die mit ihr nur herumt\u00fcmeln wollen. &#8230; Andreas Maier schreibt aber auch gegen die selbstbetr\u00fcgerische Meinung der Literatur an, dass Schreiben immer Fortschritt sei. So einfach ist es nicht. Das gelebte Leben klebt jedem Roman am Schuh.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Paul Jandl, Neue Z\u00fcrcher Zeitung<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bb<em>Ortsumgehung&nbsp;<\/em>[ist] ein elegisches Gro\u00dfwerk im Geiste Marcel Prousts.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Tobias Becker, DER SPIEGEL<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbAndreas Maier hat &#8230; eine beneidenswerte Gabe: Er f\u00fchlt die Heimat, er kann sie geografisch im Innen und Au\u00dfen verorten.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Jan C. Behmann, der Freitag<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbEinmal mehr triumphiert mit dem nachdenklichen \u203aHeimat\u2039-Buch der Meister einer prosaischen Beobachtungskunst, die sich Zeit f\u00fcr das Gestern nimmt, ohne nostalgisch darin festzukleben.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Georg Leisten, S\u00fcdwestpresse, Ulm<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbWie in fr\u00fcheren B\u00fcchern gelingt es ihm auch in&nbsp;<em>Heimat<\/em>, privates Leben in seiner gesellschaftspolitischen Bedingtheit darzustellen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Christian Schacherreiter, Ober\u00f6sterreichische Nachrichten<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Andreas Maier,<\/strong>&nbsp;1967 im hessischen Bad Nauheim geboren, studierte Philosophie und Germanistik, anschlie\u00dfend Altphilologie. Er lebt in Frankfurt am Main.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Autoren-Stipendium der Arno Schmidt Stiftung 2015\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Franz-Hessel-Preis 2012\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Georg-Christoph-Lichtenberg-Preis 2011\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Wilhelm-Raabe-Literaturpreis 2010\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Hugo-Ball-Preis 2010\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Robert-Gernhardt-Preis 2009\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Villa Massimo-Stipendium 2006\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Mindener Candide-Preis 2004\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg 2003\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Stipendium K\u00fcnstlerhof Schreyahn 2003 &amp; 2014<\/li>\n\n\n\n<li>Wetterauer Kulturpreis 2001\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Wetterauer Kulturpreis 2001\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Literaturf\u00f6rderpreis der J\u00fcrgen Ponto-Stiftung 2000\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>\u00bbaspekte\u00ab-Literaturpreis des ZDF 2000\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Ernst-Willner-Preis 2000\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Roman Andreas Maier: &#8222;Die Heimat&#8220;&nbsp;<\/strong><br><em>Von J\u00f6rg Magenau, rbbKultur<\/em><br>Stand vom 13.03.2023<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ortsumgehung&#8220; hei\u00dft das auf elf B\u00e4nde angelegte autobiographische Gro\u00dfprojekt, mit dem Andreas Maier die eigene Herkunft in und um Friedberg, Bad Nauheim, die Wetterau und vielleicht noch Frankfurt am Main erforscht und erinnert. Nach dreizehn Jahren ist er nun beim neunten Band &#8222;Die Heimat&#8220; angekommen, ein Titel, der auch \u00fcber dem Ganzen stehen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>Maier hat zun\u00e4chst in der Kindheit angefangen und den Fokus vom &#8222;Zimmer&#8220; \u00fcber &#8222;Das Haus&#8220;, &#8222;Die Stra\u00dfe&#8220;, den &#8222;Ort&#8220; und den &#8222;Kreis&#8220; erweitert. Das ging von Band zu Band chronologisch durch die eigene Jugend, bis hin zur &#8222;Universit\u00e4t&#8220;. Dabei nahm er auch in den Blick, wie sich vom Kind zum Jugendlichen zum jungen Mann die Welt allm\u00e4hlich \u00f6ffnet und ver\u00e4ndert. Maiers &#8222;Ortsumgehung\u201c ist Familiengeschichte und eine Geschichte der Bundesrepublik aus der Provinzperspektive, die die Ver\u00e4nderungen des Wirtschaftswunderlandes bis in die Gegenwart hinein nachzeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Das dr\u00fcckt schon der Oberbegriff &#8222;Ortsumgehung&#8220; aus, denn nichts hat das Land wohl so sehr ver\u00e4ndert wie die Automobilisierung und der Stra\u00dfenbau mit den Ortsumgehungstrassen. Man f\u00e4hrt nicht mehr durch die Orte, sondern um sie herum, was nicht nur zur Zerst\u00f6rung der Landschaften, sondern auch zur Ver\u00f6dung der Gemeinden f\u00fchrte. &#8222;Ortsumgehung&#8220; ist aber auch eine Metapher f\u00fcr das, was Maier literarisch unternimmt: Wieder und wieder &#8222;umgeht&#8220; er die eigene Heimat, umkreist sie unter verschiedenen Aspekten, nun, im aktuellen Band, indem er den Begriff &#8222;Heimat\u201c und dessen Wandlungen in der Bundesrepublik zum Thema macht.<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a><strong>Ein paradoxer Begriff<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Heimat, sagt er da gleich zu Beginn, ist ein &#8222;schwarzes Loch&#8220;, ein &#8222;schwarzer Begriff&#8220;. Er schreibt also keine erbauliche &#8222;Heimatliteratur&#8220;, sondern ganz im Gegenteil: Heimat ist immer etwas Versunkenes, Verlorenes, etwas, das es schon nicht mehr gibt oder das es nie gab. Dem entsprechen bereits seine fr\u00fchen Erinnerungen. Damals, in den 70er Jahren, sprach niemand von Heimat, jedenfalls nicht in Bezug auf die eigene Umwelt. Der Begriff kam nur im Zusammenhang mit den &#8222;Heimatvertriebenen&#8220; vor und paradoxerweise mit den Fremden, den &#8222;Gastarbeitern&#8220; und anderen, die ihre &#8222;Heimat&#8220; verlassen oder verloren hatten. Au\u00dferdem gab es die &#8222;Heimatfilme&#8220;, aber die spielten in \u00d6sterreich oder in Bayern, und die Menschen trugen dann seltsame, fremdartige Kleidung. Heimat hatte etwas K\u00fcnstliches, Verlogenes an sich, was mit dem gro\u00dfen Schweigen \u00fcber die NS-Zeit und ihre Folgen zusammenhing.<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a><a><\/a><strong>Heimat und Gedenkkultur<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Gegensatz zu den ersten B\u00e4nden der &#8222;Ortsumgehung&#8220;, die sich jeweils einer bestimmten Zeit widmeten, macht Maier nun einen Schnelldurchlauf mit vier Kapiteln \u00fcber vier Jahrzehnte von den Siebzigern bis in die Nuller-Jahre. So kann er nachzeichnen, wie sich der Heimatbegriff ge\u00e4ndert hat. Er erinnert den Schock, den die Fernsehserie &#8222;Holocaust&#8220; Ende der 70er ausl\u00f6ste oder ein Film \u00fcber die Befreiung eines KZs, der in der Schule gezeigt wurde. Lange Zeit versuchte er vergeblich zu begreifen, was das eigentlich ist, ein &#8222;Jude&#8220;. Niemand sprach je dar\u00fcber, dass es vor 1933 Juden in seiner Heimatstadt gab. &#8222;Mein Text ist so &#8222;judenfrei&#8220; wie meine Heimatstadt&#8220;, schreibt Maier. Auch die Gedenkkultur kreist um ein &#8222;schwarzes Loch&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a><strong>Zwischen Autofiktion und soziologisch-historischer Analyse<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Besonderheit der &#8222;Ortsumgehung&#8220; besteht in der Verflechtung von erz\u00e4hlerischen und essayistischen Passagen. Die Erinnerungen sind bereits vom Verstehen durchdrungen, so wie Reflektionen erz\u00e4hlerisch sind. Was Maier Roman nennt, ist ein Mittelding zwischen Autofiktion und soziologisch-historischer Analyse. In &#8222;Die Heimat&#8220; \u00fcberwiegt das Essayistische. Das liegt vielleicht daran, dass das Erinnerungsmaterial nach neun B\u00e4ndern allm\u00e4hlich auserz\u00e4hlt ist. Das Buch endet jedoch mit einer Geschichte: Nach Jahrzehnten besucht Andreas Maier eine Waldgastst\u00e4tte wieder, in der nach Jahrzehnten noch alles unver\u00e4ndert ist \u2013 sogar der Gestank in der Pissrinne, vor der die Idee, \u00fcber Heimat zu schreiben, entsteht.<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>Noch fehlen zwei B\u00e4nde, doch Maiers &#8222;Ortsumgehung&#8220; ist jetzt schon literarisch so unverzichtbar, wie es Edgar Reitz Film-Serie &#8222;Heimat&#8220; aus den 80er Jahren ist. Reitz ist Maiers &#8222;Die Heimat&#8220; auch gewidmet. Das Motto stammt von Glasisch, dem Ortschronisten aus Reitz\u2018 fiktivem Hundsr\u00fcckdorf Schabbach. Schon der hat gewusst, dass die Stra\u00dfen fr\u00fcher von Ort zu Ort f\u00fchrten, heute aber drum herum. Da muss dann die Literatur einspringen und festhalten, was in den Orten geschah.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lesung &amp; Gespr\u00e4ch Moderation: Britta Gansebohm Ort: K\u00fcnstlerhof Schreyahn, Rundling 19, 29462 Wustrow Kulturbeitrag: 8 Euro \/ erm\u00e4\u00dfigt 4 Euro (f\u00fcr Sozialhilfeempf\u00e4nger &amp; B\u00fcrgergeldempf\u00e4nger), kostenlos f\u00fcr alle Menschen bis 18 Jahren. 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