{"id":162,"date":"2015-02-12T09:31:05","date_gmt":"2015-02-12T09:31:05","guid":{"rendered":"http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de.w012e605.kasserver.com\/?page_id=162"},"modified":"2020-09-17T10:44:09","modified_gmt":"2020-09-17T10:44:09","slug":"ku%cc%88nstlerhof-schreyahn-eine-welt-in-der-welt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/?page_id=162","title":{"rendered":"&#8222;Kunstlerhof Schreyahn&#8220;\u2013 eine Welt in der Welt"},"content":{"rendered":"<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p><strong>&#8222;Ku\u0308nstlerhof Schreyahn&#8220;\u2013 eine Welt in der Welt<\/strong><br \/>\nEin Portra\u0308t der Stipendiatensta\u0308tte im Wendland<br \/>\nVon Axel Kahrs<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p><strong>Blickwinkel 360 Grad<\/strong><\/p>\n<p>Wer durch die schmale Einfahrt ins Rundlingsdorf Schreyahn im Hannoverschen Wendland gelangt, muss sich erst einmal orientieren. Der kreisrunde Dorfplatz mit seinen 360 Grad ist nichts fu\u0308r Handykameras, man kann sich nur mit eigenen Augen und einer vollen Ko\u0308rperdrehung ein komplettes Bild machen von dieser geschlossenen Miniaturwelt im abgeschiedenen Winkel.<\/p>\n<p>Knorrige Eichen mit einer Milchbank darunter bilden den Mittelpunkt, von ihm ausgehend fu\u0308hren Wege zu den einheitlich gestalteten Fachwerkha\u0308usern, allesamt mit dem Giebel zur Mitte weisend, zwischen ihnen Obstga\u0308rten, in denen Katzen streunen, die den Dorfhunden die Herrschaft auf dem Platz u\u0308berlassen. Ein Storchennest zieht die Blicke der Ga\u0308ste auf sich, fast sto\u0308rt das leise Tuckern eines Traktors, auf der Schaukel schwingen sich die Ma\u0308dchen des Dorfes in luftige Ho\u0308hen, nebenan bolzen die Jungen um den Fussball \u2013 eine Bilderbuchszene, die scheinbar nichts wei\u00df von der Zonengrenzlage, von Landwirtschaftskrisen, Ha\u0308userleerstand, Arbeitslosigkeit, Gorleben, U\u0308beralterung und Abwanderung.<\/p>\n<div id=\"attachment_168\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de.w012e605.kasserver.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/HK-Uelzen_bild1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-168\" class=\"wp-image-168 size-medium\" src=\"http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de.w012e605.kasserver.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/HK-Uelzen_bild1-300x212.png\" alt=\"Die a\u0308ltere Luftaufnahme, die oft als Postkarte verbreitet wurde, zeigt den Rundling Schreyahn in seiner typischen Struktur von Su\u0308den her. Am unteren Rand, mit Stallungen und Nebengeba\u0308uden, ist die heutige Stipendiatensta\u0308tte zu erkennen, das Haus rechts daneben wurde abgerissen.\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/HK-Uelzen_bild1-300x212.png 300w, https:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/HK-Uelzen_bild1.png 594w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-168\" class=\"wp-caption-text\">Die a\u0308ltere Luftaufnahme, die oft als Postkarte verbreitet wurde, zeigt den Rundling Schreyahn in seiner typischen Struktur von Su\u0308den her. Am unteren Rand, mit Stallungen und Nebengeba\u0308uden, ist die heutige Stipendiatensta\u0308tte zu erkennen, das Haus rechts daneben wurde abgerissen.<\/p><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"column\">\n<p><strong>Ku\u0308nstlerhof im Bauernhaus<\/strong><\/p>\n<p>Der Blick des Gastes bleibt daher an einem wei\u00dfem Emailleschild hinter der verglasten gro\u00dfen Tu\u0308r des Hauses Nummer 19 ha\u0308ngen: \u201eKu\u0308nstlerhof Schreyahn\u201c, ein Name fast wie ein Fremdko\u0308rper. Nun ist der Kulturtourist mittlerweile daran gewo\u0308hnt, dass Festivals auf dem Lande ihre Ga\u0308ste in die Scheunen und Remisen bitten: \u201eMozart im Schafstall\u201c oder \u201eBeethoven auf dem Bauernhof\u201c hei\u00dft es dann, oder \u201ePoeten in der Scheune\u201c und \u201eLyrik auf der Tenne\u201c. Der heimliche Verdacht unseres Schreyahn-Besuchers, dass er auch hier auf ein Exemplar jener grassierenden Event-Kultur gesto\u00dfen ist, die das originelle, ungew\u00f6hnliche Ambiente h\u00f6her scha\u0308tzt als die Kernqualita\u0308t des Gebotenen, wird schnell ausgera\u0308umt, wenn er die \u201eNiedersa\u0308chsische Stipendiatensta\u0308tte Ku\u0308nstlerhof Schreyahn\u201c, so der offizielle Titel, betritt und erkundet (gern fu\u0308hren die Verantwortlichen Gruppen durch Haus und Hof).<\/p>\n<p>Schon der zentrale Saal im das Dorfbild pra\u0308genden Vollhufner-Haus zeigt den Reiz der Bildungssta\u0308tte. Wo einst das \u201eMuh\u201c der in den Abseiten stehenden Ku\u0308he das ewige Wiederka\u0308uen unterbrach, la\u0308dt nun eine umfangreiche Pra\u0308senz-Bibliothek mit den Schwerpunkten Gegenwartsliteratur und Musik zur Entdeckung neuer geistiger Welten ein. Wo fru\u0308her Heuwagen und Dreschflegel bereit standen, warten jetzt Pult und Podium, Lautsprecher und Mikrofone sowie eine Beamer-Einrichtung auf ihren Einsatz bei Lesungen und Konzerten. An den Wa\u0308nden ha\u0308ngt moderne Kunst, eine Wand voller Presseartikel berichtet von den vergangenen Aktivita\u0308ten.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Ein Stockwerk daru\u0308ber ist es stiller, weitere Bibliotheken und Archive, Arbeitsra\u0308ume und Ga\u0308stezimmer haben sich auf dem Heuboden und in der Ra\u0308ucherkammer eingenistet. Sie werden auch als Tagungsraum mit aller notwendigen Bu\u0308ro-Technik genutzt. Hinzu kommt ein kontinuierlich wachsendes Archiv mit den Werken der Ku\u0308nstler. Die Spende des verstorbenen Hannoveraner Dichters Adam Seide brachte seiner ehemaligen Stipendiatensta\u0308tte mehrere tausend Ba\u0308nde deutsche Literatur und Literaturgeschichte \u2013 ein Schatzhaus der Bu\u0308cher, Partituren und Autografen ist unter dem Dach des Haupthauses entstanden.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p><strong>Ein Hof als Tortenstu\u0308ck<\/strong><\/p>\n<p>Die Ho\u0308fe der ba\u0308uerlichen Vorbesitzer o\u0308ffnen sich auch heute noch vom zentralen Rundlingsplatz ausgehend wie Tortenstu\u0308cke weit in die Tiefe. Hinterm Haupthaus stehen Altenteil, Backhaus und Schweinestall um den Innenhof, ein Bauerngarten und ein abschlie\u00dfender, schu\u0308tzender Eichenwald runden den Besitz ab. Der Ku\u0308nstlerhof erga\u0308nzte dieses Ensemble durch ein neues, aber ebenfalls Fachwerk zeigendes Ateliergeba\u0308ude, im dem die beiden Schriftsteller untergekommen sind.<\/p>\n<p>Die Komponisten arbeiten im ehemaligen Altenteil und im Backhaus, das&nbsp; auch als Ga\u0308stehaus fu\u0308r Wissenschaftler und Tourismusexperten dient. Ein Ku\u0308nstler-Leben in der Stille eines Dorfes, aus der Gro\u00dfstadt in die (ta\u0308uschende) la\u0308ndliche Idylle, gro\u00dfzu\u0308gige Ateliers mit Nachtigallen, Kranichen, Fro\u0308schen und frischer Milch direkt vom Euter der Kuh im Nachbarstall? Kann das gut gehen? Zur Beantwortung lohnt ein Blick hinter die Kulissen, erhellend, manchmal auch ernu\u0308chternd, aber stets aktuell und pra\u0308sent, denn mit jedem Ku\u0308nstler, der den Hof betritt, beginnt immer wieder neu ein intellektuelles Abenteuer, angesiedelt zwischen Kreativita\u0308t und Tradi- tion, Besta\u0308ndigkeit und Avantgarde, Scholle und Schreibtisch.<\/p>\n<p><strong>Schwierige Anfa\u0308nge<\/strong><\/p>\n<p>Ein Satz aus den Gru\u0308ndertagen des Ku\u0308nstlerhofes um 1980 spricht da Ba\u0308nde. Der Stadtdirektor von Lu\u0308chow sprach damals von der neuen Aufgabe der Stipendiatensta\u0308tte, \u201eKunstschaffenden die Mo\u0308glichkeit zu bieten, in reizvoller landschaftlicher Umgebung eine Zeitlang ohne wirtschaftliche Belastungen wirken zu ko\u0308nnen\u201c. Zugleich \u201edient sie auch dem Ziel, in geeigneter Weise Kontakte zwischen den Ku\u0308nstlern und der Bevo\u0308lkerung herzustellen und zu fo\u0308rdern.\u201c<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Diese kulturelle \u201eUrbarmachung\u201c des Wendlandes traf allerdings auf keinen Urwald oder eine Kulturwu\u0308ste. Die Region verfu\u0308gte damals schon u\u0308ber intakte Kulturringe und bekannte Musikfestivals, und mit den Ku\u0308nstlergruppen \u201eG\u201c in Go\u0308hrde oder dem Prie\u00dfecker Kreis war auch die Kultur der Gegenwart vertreten, zumal mit dem Maler Uwe Bremer und dem Schriftsteller Nicolas Born und anderen in den siebziger Jahren ein neuer Schub von auswa\u0308rtigen Ku\u0308nstlern ins Wendland kam. Aber der Ku\u0308nstlerhof Schreyahn sollte sich als ein anders gelagertes Projekt mit neuem Profil erweisen.<\/p>\n<p>Die Idee der zusta\u0308ndigen Bezirksregierung Lu\u0308neburg, im sog. \u201eMu\u0308ller-Heidelberg-Plan\u201c eine Stipendiatensta\u0308tte im Rundling Schreyahn einzurichten, war damals ein mehrfach heikles Untenehmen. Der durch Zonengrenze und Gorlebenkonflikt mehrfach belastete Landstrich war abseits gelegen, arm, bevo\u0308lkerungsschwach und u\u0308beraltert. Man verspottete ihn nach den Anfangsbuchstaben seines Autokennzeichens DAN mit \u201eDie Armen Nachbarn\u201c \u2013 und hier sollte nun moderne Kunst einziehen?<\/p>\n<p><strong>Neubau \u2013 Umbau \u2013 Ausbau<\/strong><\/p>\n<p>Das leer stehende Haus Techand, dieser fu\u0308r die Region charakteristische Bauernhof auf dem knapp 16.000 Quadratmeter gro\u00dfen Grundstu\u0308ck, sollte als \u201ebedeutendes Baudenkmal\u201c erhalten werden, das ehemalige Geho\u0308ft eine \u201ebeispielhafte neue Nutzung\u201c erfahren. Und die enge Nachbarschaft mit den Ku\u0308nstlern, die hier, so hoffte man, \u201eauf die realistische Welt der Dorfbewohner\u201c traf, sollte die \u201eBildungsmo\u0308glichkeiten\u201c der Einwohner verbessern &#8211; ein kleines kulturelles Himmelfahrtskommando also. Nun wurde ausgebaut, umgebaut, neu gebaut. 1980 u\u0308bergab man das fertige Haupthaus offiziell dem Ministerium fu\u0308r Wissenschaft und Kultur: 1982 kam das \u201eBackhaus\u201c nebenan als neues, viertes Atelier fu\u0308r Musiker hinzu, und 1992 entstand der Neubau im hinteren Garten fu\u0308r zwei Schriftsteller-Ateliers. Insgesamt kamen rund 2 Millionen DM Baukosten zusammen, getragen von Bundes- und Landesmitteln, von der Samtgemeinde Lu\u0308chow und der Stadt Wustrow, Tra\u0308ger der Sta\u0308tte ist die Samtgemeinde Lu\u0308chow, auch das lenkende und leitende Kuratorium ist kommunalpolitisch besetzt.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 3\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Das Haus erlebte 1992 eine einschneidende Vera\u0308nderung, als durch nicht abzustellende La\u0308rmbela\u0308stigungen die zwei nebeneinander liegenden Ateliers des ersten Stockwerkes vom Haupthaus in den Neubau verlegt wurden mussten. Doch was sich als nachtra\u0308gliche Korrektur darstellte, erwies sich als Chance fu\u0308r die Zukunft, die jetzt leeren Ra\u0308ume wurden bald mit neuem Leben gefu\u0308llt.<\/p>\n<div id=\"attachment_169\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de.w012e605.kasserver.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/HK-Uelzen_bild2.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-169\" class=\"wp-image-169 size-medium\" src=\"http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de.w012e605.kasserver.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/HK-Uelzen_bild2-300x227.png\" alt=\"2003 waren der Schriftsteller Andreas Maier und die Komponistin Hyunkyunk Lim Stipendiaten im Ku\u0308nstler- hof Schreyahn\" width=\"300\" height=\"227\" srcset=\"https:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/HK-Uelzen_bild2-300x227.png 300w, https:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/HK-Uelzen_bild2.png 399w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-169\" class=\"wp-caption-text\">2013 waren der Schriftsteller Andreas Maier und die Komponistin Hyunkyunk Lim Stipendiaten im Ku\u0308nstler- hof Schreyahn<\/p><\/div>\n<p><strong>Professionalisierung und Protest<\/strong><\/p>\n<p>Die wachsende, umfassender und auch nach au\u00dfen hin immer pra\u0308senter werdende Bildungssta\u0308tte konnte nun nicht la\u0308nger sich selbst u\u0308berlassen bleiben. 1997 wurde per Werkvertrag fu\u0308r den Ku\u0308nstlerhof eine Leitungsstelle mit der Aufgabe eingerichtet, die eingeladenen Dichter und Musiker sowie das Haus samt seinen Einrichtungen zu pflegen, Kontakt zur Presse aufzunehmen und Veranstaltungen zu organisieren. Es war ein Schritt zur Professionalisierung, den das Land Niedersachsen bei allen ihr zugeho\u0308renden Stipendiatensta\u0308tten vornahm. Es ist hier in Schreyahn eine Aufgabe, die u\u0308ber das Kulturmanagement hinaus gehend Aspekte eines Bu\u0308roleiters, Archivars, Pressesprechers, Hausmeisters, Reisefu\u0308hrers, Herbergsvaters, Krankenpflegers, Seelsorgers, Beichtvaters, Beraters, Kritikers, Schlichters, Moderators und Krisenmanagers hat, 2013 wurde die Leitungsspitze daher doppelt besetzt. Wenige Arbeitspla\u0308tze sind so abwechslungsreich und aufregend wie dieser. Er wurde geschaffen, nachdem die Stilllegungspla\u0308ne des MWK aus dem Jahre 1995 am entschiedenen Protest der Bu\u0308rger und Ku\u0308nstler gescheitert waren. Die damalige Kulturministerin, Helga Schuchardt, bekam eine Protestresolution zugeschickt, die von ausnahmslos allen Bundes- und Landtagsabgeordneten der Region aus allen Parteien unterzeichnet war, dazu vom Landrat und Oberkreisdirektor, von allen Kultureinrichtungen der Region und allen Bu\u0308rgermeistern, erga\u0308nzt durch Prominenz wie dem Schriftsteller Erich Loest, damals Vorsitzender des Verbandes deutscher Schriftsteller, dem Vorsitzenden des Literaturzentrums Hamburg oder dem Musik-Professor Helmut Lachenmann. Das MWK verzichtete danach auf die geplante Stilllegung und versprach angesichts der \u201ebreiten Resonanz, die wieder einmal die Bedeutung der Stipendiatensta\u0308tte deutlich werden lie\u00df\u201c, die Erhaltung und Unterstu\u0308tzung Schreyahns fu\u0308r die Zukunft.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 3\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p><strong>Dorf und Nachbarn<\/strong><\/p>\n<p>Doch zuru\u0308ck zu den Anfa\u0308ngen: Die 71 Einwohner des Dorfes Schreyahn waren die ersten Ansprechpartner: Sie sollten sich mit den neuen Nachbarn auf Zeit arrangieren, sich zusammensetzen, womo\u0308glich zusammenarbeiten und \u2013 besonders wichtig \u2013 feiern. Das war anfangs schwer. Zwei Welten prallten aufeinander: die der regelma\u0308\u00dfigen, jahreszeitlich festgelegten Arbeitszeiten der Landwirte und die der unregelma\u0308\u00dfigen, der Eingebung folgenden Kreativita\u0308tsschu\u0308be der Ku\u0308nstler. Konkret: die einen machten fru\u0308h abends das Licht aus und fru\u0308hmorgens wieder an, die anderen taten es umgekehrt.<\/p>\n<div id=\"attachment_171\" style=\"width: 275px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de.w012e605.kasserver.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/HK-Uelzen_bild3.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-171\" class=\"wp-image-171 size-medium\" src=\"http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de.w012e605.kasserver.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/HK-Uelzen_bild3-265x300.png\" alt=\"Das Stipendiatenhaus in Schreyahn\" width=\"265\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/HK-Uelzen_bild3-265x300.png 265w, https:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/HK-Uelzen_bild3.png 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-171\" class=\"wp-caption-text\">Das Stipendiatenhaus in Schreyahn<\/p><\/div>\n<p>Anfa\u0308ngliche Reibereien, versta\u0308ndnisloses Kopfschu\u0308tteln, skeptische Nachfragen und politische Andeutungen blieben so nicht aus. Es bedurfte einiger Zeit, doch die letzten Jahrzehnte sind gepra\u0308gt von einer harmonischen Nachbarschaft. Die Dorfgemeinschaft ist \u2013 auch als Verein organisiert \u2013 ein verla\u0308sslicher Freund des Hauses geworden, sie pflegt, vertraglich abgesichert, die Gru\u0308nanlagen und Obstba\u0308ume, sie bekocht und bewirtet bei gro\u0308\u00dferen Besuchen, packt bei anfallenden Reparaturen an und springt bei manchen No\u0308ten der Ga\u0308ste ein. Die Stipendiaten genie\u00dfen das Dorfleben, holen sich vom nebenan gelegenen Hof Oelke Milch frisch von der Kuh und fahren mit den Nachbarn in die Kreisstadt zum Einkaufen oder zum Doktor. Wer als Stipendiat des Ku\u0308nstlerhofes beim traditionellen Dorffegen dabei ist und mit Besen und Bier standfest umgehen kann, der wird \u201eeingemeindet.\u201c<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 4\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p><strong>Ein \u201eSchnack\u201c auf der Lichtung<\/strong><\/p>\n<p>Der Schriftsteller Andreas Maier, ein gro\u00dfer Freund der Rundlingsgemeinschaft und mittlerweile zum zweiten Mal Gast in Schreyahn, berichtete in der FAZ (Ausgabe vom 11. November 2004) unter der Rubrik \u201eStadt Land Fluss\u201c so: \u201eDie Stadt ist ein Dorf und hei\u00dft Schreyahn. Das ist ein Rundling im hannoverschen Wendland. Ein Rundling ist eine fru\u0308here Siedlungsform der Wenden, jahrhundertealt. Eine Handvoll Ha\u0308user wird um einen runden Platz herum gebaut, die Ha\u0308user mit ihren Scheunentoren zum Mittelplatz hin. Dieser runde, freigelassene Platz hei\u00dft \u201eDorf\u201c. Man geht aufs Dorf hei\u00dft: Man geht die achtzig Schritte hinaus auf diesen Platz. Dort findet das soziale Leben der Do\u0308rfler statt, wobei der Ausdruck \u201esoziales Leben\u201c irgend- wie unpassend ist, denn das \u201esoziale Leben\u201c der Schreyahner ist viel a\u0308lter als der Ausdruck selbst. Nennen wir es einfach: Leben. Im Sommer sitzen sie am alten Milchtisch unter den Eichen und trinken Bier und essen Wu\u0308rstchen. Erst mit der Zeit merkt man, wie wichtig ihnen das ist. Das hei\u00dft, den Ma\u0308nnern. Die Frauen hassen es mitunter, dass die Ma\u0308nner aufs Dorf gehen. Zu Hause die Kinder, aber die Ma\u0308nner mu\u0308ssen aufs Dorf! Mu\u0308ssen es ma\u0308hen, mu\u0308ssen die Za\u0308une streichen, mu\u0308ssen die Stra\u00dfe fegen, das Laub zusammenklauben, mu\u0308ssen auf die Dorfversammlung (beim Milchtisch), mu\u0308ssen zum Fru\u0308hschoppen. Oder mu\u0308ssen den Rasenma\u0308her reparieren (Keilriemen kaputt) oder mu\u0308ssen noch mal zum Nachbarn. Oder mu\u0308ssen heute unbedingt ein Fass aufmachen. Schreyahner Sprachkunde: \u201eIch habe mit dem noch ein Fass aufzumachen\u201c hei\u00dft: Man hat mit ihm noch was zu regeln. \u201eDas ist ein anderer Schnack\u201c hei\u00dft: Das ist ein anderes Thema. Zur Begru\u0308\u00dfung oder beim ersten Ansto\u00dfen sagt man: \u201eVertragen wir uns wieder.\u201c Die Antwort lautet: \u201eWar nicht so gemeint.\u201c<\/p>\n<p>Und der Schriftsteller Arnold Stadler, damals frisch erkorener Bu\u0308chner-Preistra\u0308ger, a\u0308nderte seinen Lebensplan und zog nach seinem Stipendium im Jahr 2000 ins Wendland, animiert durch Schreyahn: \u201eDorthin wirst du ziehen, zu den Nachtigallen und Paradiesvo\u0308geln, in den Norden, eine Gegend, die du zum ersten Mal erst betreten hast vor nicht einem Jahr, dorthin und nicht in den Su\u0308den, Rom, Westen oder sonstwohin, wo du ein Leben lang leben wolltet und wofu\u0308r es nun zu spa\u0308t war &#8212; seit diesem unvergleichlichen Fru\u0308hjahr des Jahres 2000 &#8212;- in Schreyahn. Kurze Orts- beschreibung. Kurzer Ortsbeschreibungsversuch. Schreyahn. Der Ort ko\u0308nnte auch Adsum hei\u00dfen, auf deutsch: Ich bin da. Kindheit, das hei\u00dft doch auch: das erste Mal hinfallen. Erinnerung an den ersten Schmerz und Schnee und so fort. Hier aber von all dem nichts. Von keinem Vorgedanken beschwert oder betru\u0308bt. Gegenwart eines Urwaldes, wie im Urwald so im Fru\u0308hjahr 2000. Und so sein und bleiben &#8230;<\/p>\n<p>Jetzt wei\u00df ich auch, warum es mir so gefa\u0308llt in Schreyahn. Weil mich dieser Ort an eine Lichtung im Urwald erinnert, an einen Ort, der immer war und nie. So ko\u0308nnte auch das Paradies umschrieben werden als Mittelpunkt der Welt mit Ha\u0308usern zum Wohnen und einer Wiese, einem freien Feld als leerer Mitte eine Lichtung im Dschungel dichtes Gru\u0308n bis an die Hausmauern und nachts die Sterne und Nachtigallen und die Illusion, dass es immer so weitergeht, wohl wissend, dass dies nicht sein kann mit dem lebendigsten, undurchdringlichsten Gru\u0308n. Mit diesen Vogelstimmen, den Nachtigallen und den Amseln und allem, \u201ewas noch hei\u00dft, da\u00df es nicht bleibt\u201c, wie ich sie in den verschiedenen Urwa\u0308ldern dieser Welt geho\u0308rt habe, am Mekong, am Amazonas und nun unweit der Elbe, von Nicolas Born und den Nachtigallen besungen.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"column\">\n<p>Den Rest des Sommers habe ich Immobilien-Anzeigen studiert.\u201c<\/p>\n<p><strong>Idylle und Kooperative<\/strong><\/p>\n<p>Aber wer sind die Ga\u0308ste, die so genau beobachten, sich so begeistern? Jeweils vier Ku\u0308nstler sind zur gleichen Zeit da, zwei Schriftsteller, zwei Komponisten, anfangs durchgehend fu\u0308r neun Monate, spa\u0308ter wahlweise auch fu\u0308r drei oder sechs Monate zu Gast. Ausgewa\u0308hlt hat sie der sechsko\u0308pfige Jury-Beirat, der mit gro\u00dfer Kompetenz und viel Sachverstand fast immer streitfrei die Ku\u0308nstler aus einer wachsenden Zahl von Bewerbungen ermittelt. Je nach Veranlagung und Interesse haben die Ku\u0308nstler dann die Mo\u0308glichkeit, sich in die Klausur zuru\u0308ckzuziehen, die das Atelier zur klo\u0308sterlichen Zelle macht. Frei von Familie und Verpflichtungen endlich zum ungesto\u0308rten Schreiben bzw. Komponieren zu kommen: ein Traum vieler Ku\u0308nstler \u2013 manche berichten von wahren \u201eSchreibra\u0308uschen\u201c, von stundenlangem Komponieren, unabha\u0308ngig von der Tages- oder Nachtzeit \u2013 sie waren und sind willkommene Ga\u0308ste, deren literarische und musikalische Saat erst spa\u0308ter aufgehen wird.<\/p>\n<div id=\"attachment_172\" style=\"width: 244px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de.w012e605.kasserver.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/HK-Uelzen_bild4.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-172\" class=\"size-medium wp-image-172\" src=\"http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de.w012e605.kasserver.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/HK-Uelzen_bild4-234x300.png\" alt=\"Der ehemalige Stipendiat und Lyriker Ralph Gru\u0308neberger (links) las 2011 im Ku\u0308nstlerhof zusammen mit seinem Kollegen Wolfgang Rischer deutsch-deutsche Gedichte zur Erinnerung an den Mauerbau in Berlin vor 50 Jahren\" width=\"234\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/HK-Uelzen_bild4-234x300.png 234w, https:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/HK-Uelzen_bild4.png 397w\" sizes=\"auto, (max-width: 234px) 100vw, 234px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-172\" class=\"wp-caption-text\">Der ehemalige Stipendiat und Lyriker Ralph Gru\u0308neberger (links) las 2011 im Ku\u0308nstlerhof zusammen mit seinem Kollegen Wolfgang Rischer deutsch-deutsche Gedichte zur Erinnerung an den Mauerbau in Berlin vor 50 Jahren<\/p><\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 5\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Andere wiederum erkunden das Wendland, diese ihnen neue, unbekannte Welt. Der Autor Guntram Vesper hat 1986 in einem Artikel der Zeitschrift NATUR dieser Neugierde seinen literarischen Ausdruck verliehen: \u201e&#8230;nach allen Seiten Ebene in flachen Wellen, ein Landstrich, seitab schon fru\u0308her, jetzt in den Winkel zwischen Elbe im Osten und noch na\u0308herer Grenze im Su\u0308den geklemmt. (&#8230;) Vom Ku\u0308nstlerhof haben wir dreiundachtzig und vierundachtzig, von Sommer zu Sommer, das Wendland erkundet und erlebt. Das ging im tiefen, einmalig verwilderten Garten mit dem Nussbaum, den Pfirsichen los. Wann hatte ich zuletzt Libellen, einen grasgru\u0308nen Laubfrosch gesehen. Und wenn man am hinteren Ende des Gartens auf die Weiden trat und zum nahen Salzsee ging, dem vollgelaufenen Mundloch eines la\u0308ngst stillgelegten Kalischachtes, dann kreisten vielleicht Fischadler u\u0308ber dem Schilf, schwamm eine Ringelnatter von Ufer zu Ufer. Auf den Wiesen eine meckernde Bekassine, am Bach unbeweglich der Reiher. Nachts Flederma\u0308use und Katzen. Auf dem u\u0308berna\u0308chsten Dach das Storchenpaar mit den drei Jungen. Wie tief sie u\u0308ber den Dorfplatz schwebten, wa\u0308hrend ich am Tisch vor der Glastu\u0308r sa\u00df, mit meinen Papieren. Als wir einmal spa\u0308t nachts vom Besuch bei Freunden heimkamen, der Gesang einer Nachtigall, bis zum Morgen. Entfernten wir uns weiter vom Haus und vom Dorf, machten wir la\u0308ngere Ga\u0308nge auf die Grenze zu und an ihr entlang, im noch stilleren Su\u0308dkreis, sahen wir die Sto\u0308rche, die Reiher im Ried, Weiden voller Kiebitze, einmal flog ein leuchtend gelber Vogel vor uns her, ein Pirol, ach ja. Endlich unsere tagelangen Wanderungen im Forst Lucie oder die Elbe entlang, auf dem Deich, zum Elbholz.\u201c<\/p>\n<p>Und wieder andere begriffen das zeitlich begrenzte Zusammenleben von Vertretern verschiedener Kunstrichtungen als gro\u00dfe, einmalige Chance: Der Komponist Robert H. P. Platz vertonte so Gedichte seines Nachbarn Heinz Kattner, und Sven-Ingo Koch schrieb an seiner Musik zu Thomas Rosenlo\u0308chers Lyrik. Anette Schlu\u0308nz verfasste das Stu\u0308ck \u201eBlaulaub\u201c nach einem Gedicht Nicolas Borns, Tina Stroheker, die su\u0308ddeutsche Autorin, schrieb einen Essay u\u0308ber die russische Musikerin und Schreyahner Nachbarin Sofia Gubaidulina. Oft treten sie zusammen auf, bei den \u201eAbenden der Stipendiaten.\u201c Dieses \u201ecross over\u201c entwickelte sich zu einem Markenzeichen des Ku\u0308nstlerhofes, immer wieder schreiben die Ga\u0308ste in ihren Erfahrungsberichten von dieser Erweiterung ihres Horizontes, von Grenzu\u0308berschreitungen, die anderswo so nicht mo\u0308glich gewesen wa\u0308ren.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"column\">\n<p><strong>Festivals, Lesungen, Konzerte<\/strong><\/p>\n<p>Dazu tragen auch die Veranstaltungen bei, die sich ab der Mitte der neunziger Jahre mehr und mehr im Ku\u0308nstlerhof etablierten, finanziell gefo\u0308rdert und ideell unterstu\u0308tzt vom neuen Fo\u0308rderverein Ku\u0308nstlerhof Schreyahn, den die Lu\u0308chowerin Marianne Fritzen zusammen mit anderen ins Leben rief und der bis heute fo\u0308rdernd ta\u0308tig ist. Schon fast legenda\u0308r ist der \u201eSchreyahner Herbst\u201c, das Festival fu\u0308r moderne Musik, vom Stipendiaten Gerald Humel ins Leben gerufen und u\u0308ber Jahre hinweg mit gro\u00dfem Einsatz und Ko\u0308nnen geleitet, spa\u0308ter von Robert HP Platz fortgefu\u0308hrt. International renommierte Ensembles und Sa\u0308nger traten hier auf. Es waren Sternstunden moderner Musik und ihrer Vermittlung an ein offenes, staunend-neugieriges, experimentierfreudiges Publikum, das auch zahlen- ma\u0308\u00dfig wuchs.<\/p>\n<p>Der \u201eBu\u0308cherfru\u0308hling\u201c, ein urspru\u0308nglich von der Landesregierung initiiertes, dann aber wieder eingestelltes Festival der Literatur, wurde seit 1990 hier um- und auch nach dem offiziellen Ende weiter fortgesetzt, im Jahr 2015 fand er zum 25. Mal statt. Theaterauffu\u0308hrungen, themengebundene Lesungen, bei denen die Schauspier Wolfgang Kaven und Ingrid Birkholz als Rezitatoren gla\u0308nzten, Diskussionsrunden wie die u\u0308ber Grass\u2019 Gesta\u0308ndnis seiner SS-Mitgliedschaft, spontane Lesungen atomkritischer Literatur etwa von Christa Wolf und Andreas Maier nach dem Reaktorunglu\u0308ck in Fukushima, Podiumsgespra\u0308che u\u0308ber Schreiben und Journalismus, Pra\u0308sentationen neuer Bu\u0308cher wie Arno Schmidts erstmals in gesetztes opus magnum \u201eZettels Traum\u201c oder die sensationellen Hamburger Tagebu\u0308cher Ferdinand Benekes (beide Male durch Jan Philipp Reemtsma vorgestellt), aber auch \u201eLitera-Touren\u201c in Sta\u0308dte mit kultureller Tradition wie Halberstadt oder Ratzeburg, Lu\u0308beck oder Fallersleben sind ebenso Bestand- teil wie die ja\u0308hrlichen Fahrten zur Leipziger Buchmesse in Kooperation mit der Lu\u0308chower Alten-Jeetzel-Buchhandlung. Die sonnta\u0308glichen Matineen im Februar waren ebenso beliebt wie die schon angesprochenen \u201eAbende der Stipendiaten\u201c oder die Lesungen zum Jahresausklang. Gab es anfangs noch Debatten im Kulturausschuss der Samtgemeinde Lu\u0308chow, ob die vielen Veranstaltungen die Stipendiaten nicht in ihrer Ruhe sto\u0308ren wu\u0308rden, so u\u0308berzeugte bald die Erfahrung, dass die Ga\u0308ste sich auf diese Anregungen in ihrem Haus freuen und sich kreativ einbringen, wann und wo es passt.<\/p>\n<div id=\"attachment_173\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de.w012e605.kasserver.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/HK-Uelzen_bild5.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-173\" class=\"size-medium wp-image-173\" src=\"http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de.w012e605.kasserver.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/HK-Uelzen_bild5-300x179.png\" alt=\"Die Sommerlichen Musiktage waren 2014 zu Gast im Ku\u0308nstlerhof Schreyahn\" width=\"300\" height=\"179\" srcset=\"https:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/HK-Uelzen_bild5-300x179.png 300w, https:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/HK-Uelzen_bild5.png 627w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-173\" class=\"wp-caption-text\">Die Sommerlichen Musiktage waren 2014 zu Gast im Ku\u0308nstlerhof Schreyahn<\/p><\/div>\n<p>Kein Wunder, dass die Stipendiaten dann auch das Haus verlie\u00dfen, um im Landkreis und daru\u0308ber hinaus ihre Werke vorzustellen. Die Musiker zieht es dabei bis nach Hannover, etwa in die Musikhochschule, wo sie auftreten, wesentlich inspiriert und unterstu\u0308tzt vom Leiter der Musikschule Lu\u0308chow und Mitglied in der Ku\u0308nstlerhofjury, Gert Baumgarten. Er organisierte auch in der Reihe \u201eMusik N 21\u201c das Lu\u0308chower Festival.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 6\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Die Schriftsteller nutzen die immer intensiver werdende Literaturszene im Wendland, um ihre Bu\u0308cher andernorts zu pra\u0308sentieren, so u\u0308ber viele Jahre im Begleitprogramm der \u201eSommerlichen Musiktage Hitzacker\u201c, wo der Autor Arnold Stadler und andere aus ihren Werken lasen, oder auf der \u201eKulturellen Landpartie\u201c. Der Lyriker Ron Winkler stellte seine in Schreyahn entstandenen Gedichte im Rahmen des Projektes \u201eElblabor 2010\u201c vor, das danach in Hamburgs Speicherstadt stand. Und wie eine erste Bilanz wirkte die Kolumne \u201eDichters Rundling\u201c in der Lu\u0308chower \u201eElbe-Jeetzel-Zeitung\u201c aus dem Fru\u0308hjahr 2014, in der viele Ga\u0308ste des Ku\u0308nstlerhofes, begleitet von weiteren Kollegen wie Doris Gercke und Hermann Schulz, ihre Rundlingsimpressionen in die Formen von Gedichten, Tagebu\u0308chern, Erza\u0308hlungen oder Essays gossen, um so der Bewerbung der Do\u0308rfer um den Titel des Weltkulturerbes der UNESCO Nachdruck zu verleihen.<\/p>\n<p><strong>Ga\u0308ste, Partner, Fo\u0308rderer<\/strong><\/p>\n<p>Bei diesen Aktivita\u0308ten wuchs besta\u0308ndig die Zahl der Kooperationspartner, mit denen der Ku\u0308nstlerhof verbunden war und ist. Die o\u0308rtliche GEW als Lehrergewerkschaft, der \u201eHeimatkundliche Arbeitskreis Lu\u0308chow-Dannenberg\u201c (HALD) und der \u201eWendla\u0308ndische Geschichts- und Al- tertumsverein\u201c (WGAV) seien hier stellvertretend fu\u0308r viele andere genannt. Die schon erwa\u0308hnte Musikschule Lu\u0308chow za\u0308hlt ebenso dazu wie im Bereich der Literatur die im Jahr 2000 von Christa Tornow gegru\u0308ndete Nicolas Born-Stiftung, die ihr Archiv hier im Haus hat und viele Veranstaltungen finanziell unterstu\u0308tzt oder selbst durchfu\u0308hrt. Mehrere Literaturwissenschaftler nutzten inzwischen die Mo\u0308glichkeit, in und u\u0308ber Schreyahn zu forschen: Die Homepage des Ku\u0308nstlerhofes verzeichnet dazu in einem Register neben den unfangreichen Buchbesta\u0308nden auch die wertvollen Dokumente im Archiv der Born-Stiftung, die zusammen mit dem Ku\u0308nstlerhof 2013 Mitglied in der \u201eArbeitsgemeinschaft literarischer Gesellschaften und Gedenksta\u0308tten e.V.\u201c (ALG) wurde.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"column\">\n<p>Im Rat dieser Stiftung ist auch die Leuphana Universita\u0308t Lu\u0308neburg vertreten, die ja\u0308hrlich literaturwissenschaftliche Konferenzen im Ku\u0308nstlerhof durchfu\u0308hrt, so zu Leben und Werk des dem Wendland eng verbundenen Autors Nicolas Born (das Land Niedersachsen hat seinen Literaturpreis nach ihm benannt), dann zum Thema \u201eKulturraum Elbe\u201c und, in Kooperation mit anderen Forschungseinrichtungen, u\u0308ber das Verha\u0308ltnis Borns zu dessen Kollegen Rolf Dieter Brinkmann: eine Tagung, zu der sogar Wissenschaftler aus Korea anreisten. So intensiviert sich die Kooperation Schreyahns mit der Lu\u0308neburger Leuphana Universita\u0308t, die seit den 90er Jahren per Vertrag festgelegt ist und ja\u0308hrlich junge Kulturwissenschaftler zu Ganztagsseminaren auf den Ku\u0308nstlerhof fu\u0308hrt. Vernetzungen gab und gibt es auch au\u00dferhalb des Landkreises mit der VGH-Stiftung, der Lu\u0308neburgischen Landschaft, der Konrad-Adenauer-Stiftung in Hannover und Berlin sowie der Arno-Schmidt-Stiftung in Bargfeld.<\/p>\n<div id=\"attachment_174\" style=\"width: 230px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de.w012e605.kasserver.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/HK-Uelzen_bild6.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-174\" class=\"size-medium wp-image-174\" src=\"http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de.w012e605.kasserver.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/HK-Uelzen_bild6-220x300.png\" alt=\"Ingrid Birkholz, die lange Jahre am Theater der Altmark in Stendal engagiert war, las ha\u0308ufig auf den Matineen und Literaturfestivals im Ku\u0308nstlerhof, oft zusammen mit dem Schauspieler Wolfgang Kaven. Hier stellt sie Emil Zolas Mode-Roman \u201eParadies der Damen\u201c im passen- den Outfit vor\" width=\"220\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/HK-Uelzen_bild6-220x300.png 220w, https:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/HK-Uelzen_bild6.png 396w\" sizes=\"auto, (max-width: 220px) 100vw, 220px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-174\" class=\"wp-caption-text\">Ingrid Birkholz, die lange Jahre am Theater der Altmark in Stendal engagiert war, las ha\u0308ufig auf den Matineen und Literaturfestivals im Ku\u0308nstlerhof, oft zusammen mit dem Schauspieler Wolfgang Kaven. Hier stellt sie Emil Zolas Mode-Roman \u201eParadies der Damen\u201c im passen- den Outfit vor<\/p><\/div>\n<p>Und die bundesweit pra\u0308sentierte Literatur-Ausstellung \u201eGrenzinschriften\u201c, die auch Autographen vieler Schreyahner Autoren wie Richard Pietra\u00df, Harald Gerlach, Uwe Herms oder Reinhard Jirgl zum Thema \u201eGrenze und Grenzo\u0308ffnung\u201c zeigte, fu\u0308hrte zu einer intensiven Kooperation mit den Partnern und Nachbarn vom IGZ aus Salzwedel. Zuletzt waren die \u201eGrenzinschriften\u201c im Oktober 2014 in Hannover zum \u201eTag der deutschen Einheit\u201c zu sehen. Die niedersa\u0308chsische Kulturministerin Gabriele Heinen-Kljajic nahm im Historischen Museum Hannover (HMH) die Vorstellung des an der innerdeutschen Grenze im Wendland spielenden Romans \u201eDie Ja\u0308gerin\u201c aus der Feder der niederla\u0308ndischen Stipendiatin Pauline de Bok zum Anlass nahm, um auf die anhaltende Scharnierfunktion des Ku\u0308nstlerhofes als Mittler zwischen Ost und West hinzuweisen.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 7\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Es sind oft versto\u0308rende Grenzga\u0308nge in der Literatur, sie bringen viel Verborgenes, Abseitiges zu Tage. So, wenn der Schriftsteller Guntram Vesper als Schreyahner Gast 1986 die innerdeutsche Grenze, das A\u0308rgernis Gorleben und das 1945 zersto\u0308rte, bis heute als Ruine stehen gebliebenes Denkmal der deutschen Teilung, die Do\u0308mitzer Eisenbahnbru\u0308cke simultan setzt: \u201eelbabwa\u0308rts die beiden weit ausholenden seit Kriegsende zersto\u0308rten Bru\u0308cken, die Do\u0308mitz am anderen Ufer seit u\u0308ber vierzig Jahren nicht mehr erreichen. Man sieht die Tu\u0308rme der Stadt, die Ziegel- mauern der Festung&#8230; Auf der Ru\u0308ckfahrt vom Elbufer kamen wir jedesmal durch Gorleben und dann an der neuen Festung des Zwischenlagers fu\u0308r Atommu\u0308ll, an den Gittertoren und Erdwa\u0308llen vorbei. Bilder aus unserer Gegenwart, auch im Wendland. Widerspru\u0308che. Gegensa\u0308tze. Um uns. In uns.\u201c<\/p>\n<p><strong>Schu\u0308ler, Wettbewerbe, Schreibwerksta\u0308tten<\/strong><\/p>\n<p>Ein nachhaltiges Kapitel bilden auch die Kontakte mit jungen Lesern aus allen Schulen. Der ja\u0308hrliche Vorlesewettbewerb der Stiftung Lesen findet in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendpfleger und dem o\u0308rtlichen Buchhandel traditionell hier im Saal statt, in der Jury sitzen dann auch die jeweiligen Stipendiaten. Und die Schu\u0308ler des Gymnasiums Lu\u0308chow besuchen abends den Ku\u0308nstlerhof, um sich in der \u201eSchreibwerkstatt\u201c am Kamin mit den Profi-Autoren u\u0308ber eigene und fremde Texte auszutauschen. In den Schulen kommen die Stipendiaten zu Wort, wenn sie in den Deutsch-Leistungskursen u\u0308ber moderne Literatur sprechen oder bei Pra\u0308ventionstagen Texte u\u0308ber Gewalt vorstellen und diskutieren. Das gilt auch fu\u0308r die Musiker, die Workshops zum Komponieren durchfu\u0308hren oder in den Schulen ihre Instrumente vorstellen und eigene Kompositionen erla\u0308utern.<\/p>\n<p><strong>Medien und Ausblicke<\/strong><\/p>\n<p>Angesichts dieser Aktivita\u0308ten ist es kein Wunder, dass die Medien sich dieser Einrichtung vermehrt annehmen. Der \u201eSchreyahner Herbst\u201c war regelma\u0308\u00dfiger Gast sowohl im Deutschlandfunk als auch im NDR-Radio, wo Wend Ka\u0308ssens \u201eLiterarisches Cafe\u201c direkt aus dem Rundling u\u0308bertragen wurde. Immer wieder ist der Funk zu Gast, und auch die Presse druckt fortgesetzt Reportagen und Berichte vom Ku\u0308nstler-Landleben sowie Impressionen der Stipendiaten. Seien es anfangs Zeitschriften wie \u201eNATUR\u201c und \u201eGEO\u201c, spa\u0308ter die \u201eHO\u0308RZU-HEIMAT-Ausgabe von 2010 (mit einer neuen Serie u\u0308ber die acht scho\u0308nsten deutschen Landschaften, beginnend \u2013 wo sonst? \u2013 mit dem Wendland, das vom Karikaturisten Wolf Ru\u0308diger Marunde und dem Ku\u0308nstlerhof pra\u0308sentiert wird), und die \u201eNeue Zu\u0308richer Zeitung\u201c, die \u201eSu\u0308ddeutsche\u201c oder die \u201eFrankfurter Allgemeine\u201c.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"column\">\n<p>Vorrangig zu nennen ist auch die o\u0308rtliche \u201eElbe-Jeetzel- Zeitung\u201c, deren Redaktion u\u0308ber fast jeden Gast ein ausfu\u0308hrliches Portra\u0308t vero\u0308ffentlicht und die Veranstaltungen berichtend und rezensierend begleitet. Das strahlt aus bis in die Nachbarkreise, wo besonders in Uelzen mit der Beilage \u201eDer Heidewanderer\u201c aus der AZ und in Salzwedel mit den \u201eAltmark-Bla\u0308ttern\u201c der Altmark-Zeitung der Ku\u0308nstlerhof mit seinen Werken immer wieder Beachtung findet und mit Originalbeitra\u0308gen zu Wort kommt. Der Ku\u0308nstlerhof ist so eine Sta\u0308tte des Kommens und Gehens, des Gebens und Nehmens, des Lesen und Ho\u0308rens, Schreibens und Musizierens. Die \u201eUrbarmachung\u201c, von der bei der Gru\u0308ndung die Rede war, ist erfolgt, das Feld wurde bestellt, die Ernte kann eingefahren werden. Das Wendland ist la\u0308ngst keine literarische \u201eterra incognita\u201c mehr. Mehr noch als in der hier entstandenen modernen Musik wurde in der Dichtung von den Stipendiaten ein ganzer Thementeppich gewebt, der in verschiedenen Formen und Gattungen das Land, seine Geschichte und Gegenwart, seine Menschen und ihre Hoffnungen oder A\u0308ngste darstellt. Ob im Tagebuch oder im Gedicht, in Romanen und Erza\u0308hlungen, in Reiseschilderungen und Essays, kaum eine Region Deutschlands hat in den letzten drei Jahr- zehnten so viele literarische Spiegelungen erfahren, wie das Wendland. Das liegt natu\u0308rlich auch an der die Ku\u0308nstler faszinierenden Abseitslage und dem lange Zeit daraus resultierenden Image des Exotentums.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 8\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Bundesweit beachtete Zusta\u0308nde und Ereignisse, wie die Zonengrenze und ihre U\u0308berwindung 1989 und der hochpolitische Gorleben-Konflikt mit seinen umka\u0308mpften Castor- Transporten wurden fu\u0308r die Literaten zum aktuellen Thema ihrer Texte. Aber nur die in Schreyahn gegebene Mo\u0308glichkeit, in einer Art \u201eLangzeitstudie\u201c als Stipendiat mehr als ein Tagesbesucher in die Tiefe der vielen Themen eintauchen zu ko\u0308nnen, machte den Weg frei fu\u0308r bundesweit beachtete literarische Werke. Nicht ohne Grund za\u0308hlen vier Bu\u0308chner-Preistra\u0308ger zu den Ga\u0308sten des Ku\u0308nst lerhofes. Die Romane Reinhard Jirgls, Andreas Maiers und Arnold Stadlers haben mehrfach das Wendland als Schauplatz, die neue Lyrik preisgekro\u0308nter AutorInnen wie Marion Poschmann, Jan Wagner oder Silke Scheuermann la\u0308sst die Pra\u0308gungen der do\u0308rflichen Welt aufklingen. Niedersachsens Poeten sind mit Guntram Vesper, Heinz Kattner, Adam Seide, Klaus Dieter Brunotte, Oskar Ansull, Hannelies Taschau, Uwe Friesel oder Klaus Seehafer gut vertreten, die Autoren aus den neuen Bundesla\u0308ndern machen mit Thomas Rosenlo\u0308cher, Wilhelm Bartsch, Richard Pietra\u00df, Brigitte Struzyk, Volker Harry Altwasser, Gregor Sander und Ralph Gru\u0308neberger eine beeindruckende Galerie auf, und aus dem Ausland ko\u0308nnen die Niederla\u0308nderin Pauline de Bok, der Ruma\u0308niendeutsche Franz Hodjak und der aus der Mongolei stammende, aber in deutscher Sprache schreibende Galsan Tschinag genannt werden. Von ihm stammt ein Ma\u0308rchen, in dem Exilmongolen auf der Suche nach einer neuen Heimat eine Jurte mitten auf dem Dorfplatz von Schreyahn errichten: Den wachsenden Unmut der Ur-Einwohner kann nur ein Hund zum guten Ende da\u0308mpfen: ein Lehrstu\u0308ck. Der Ku\u0308nstlerhof sammelt und bewahrt seit Jahren diese Werke und ha\u0308lt weiter Kontakt zu den ehemaligen Ga\u0308sten.<\/p>\n<div id=\"attachment_175\" style=\"width: 260px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de.w012e605.kasserver.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/HK-Uelzen_bild7.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-175\" class=\"size-medium wp-image-175\" src=\"http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de.w012e605.kasserver.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/HK-Uelzen_bild7-250x300.png\" alt=\"Konzert im Garten des Ku\u0308nstlerhofes (2014)\" width=\"250\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/HK-Uelzen_bild7-250x300.png 250w, https:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/HK-Uelzen_bild7.png 396w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-175\" class=\"wp-caption-text\">Konzert im Garten des Ku\u0308nstlerhofes (2014)<\/p><\/div>\n<p>Doch gibt es auch Gefa\u0308hrdungen, die das erfolgreiche Kulturfo\u0308rdermodell in Frage stellen oder zumindest beeintra\u0308chtigen. Nach der erfolgten Ku\u0308rzung der Gesamtzahl der zu vergebenden Stipendienmonate sollte ernstlich ge- pru\u0308ft werden, ob die Fo\u0308rder-Dauer nicht doch wieder auf 48 Monate pro Jahr aufgestockt werden ko\u0308nnte, um eine ganzja\u0308hrige, durchgehende Belegung der Ateliers zu erreichen. Zu wertvoll und ku\u0308nstlerisch ergiebig ist hier das Nebeneinander von Musik und Dichtung, als dass man darauf langfristig verzichten sollte, und ein monatelang leer stehendes Atelier nebenan ermuntert nicht, sondern dru\u0308ckt die Stimmung. Doch die Schriftstellerin Marion Poschmann ha\u0308lt in der FAZ vom 23. Dezember 2010 mit ihrer Sicht dagegen: \u201eIch schrieb Gedichte in Schreyahn. Schreiben ist fu\u0308r Katzen uninteressant, die action fehlt ihnen, und so bemu\u0308hte ich mich, ihnen in den Schreibpausen etwas zu bieten und stieg in die Ernte ein. Gelegentlich kamen die Schreyahner mit einer Leiter in den Ku\u0308nstlergarten und fuhren kurz darauf einen Anha\u0308nger voller A\u0308pfel in die Mosterei. Ab und zu kniete ein Nachbar mit einem Korb im Gras und klaubte Walnu\u0308sse auf. Vielleicht war es ein besonders gutes Jahr. Jedenfalls herrschte ein gewisser U\u0308berfluss, der nur noch schwer zu handhaben war. Ich sammelte Fallobst auf, die Katzen kletterten animiert auf die Ba\u0308ume und wieder herunter und rasten verdorbenen Fru\u0308chten nach. Ich scha\u0308lte die A\u0308pfel auf der Terrasse, ich buk Apfelkuchen und kochte Apfelmus, die Katzen fu\u0308hlten sich angeregt und brachten ihrerseits erlegte Wu\u0308hlma\u0308use herbei. Gegen Mittag besuchte mich regelma\u0308\u00dfig ein sehr alter Hund. Er machte auf den Ho\u0308fen die Runde, stand vor der Tu\u0308r, bellte wu\u0308rdevoll, um sich anzuku\u0308ndigen, harrte geduldig der Dinge, die da kommen wu\u0308rden, er war weise und erfahren. Ich war es weniger&#8230;\u201c<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"column\">\n<p>PDF Version&nbsp;<a href=\"http:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de.w012e605.kasserver.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/eine-Welt-in-der-Welt_HK_Uelzen_2014.pdf\">herunterladen<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Ku\u0308nstlerhof Schreyahn&#8220;\u2013 eine Welt in der Welt Ein Portra\u0308t der Stipendiatensta\u0308tte im Wendland Von Axel Kahrs Blickwinkel 360 Grad Wer durch die schmale Einfahrt ins Rundlingsdorf Schreyahn im Hannoverschen Wendland gelangt, muss sich erst einmal orientieren. Der kreisrunde Dorfplatz mit seinen 360 Grad ist nichts fu\u0308r Handykameras, man kann sich nur mit eigenen Augen und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":6,"menu_order":4,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"page-full.php","meta":{"footnotes":""},"tags":[29,28,31,35,30,27,33,34,15,32,14],"class_list":["post-162","page","type-page","status-publish","hentry","tag-entstehung","tag-geschichte","tag-historie","tag-jirgl","tag-konzert","tag-kuenstlerhof","tag-literaturwettbewerb","tag-medien","tag-musik","tag-musiktage","tag-schreyahn"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/162","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=162"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/162\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":841,"href":"https:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/162\/revisions\/841"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/6"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=162"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kuenstlerhof-schreyahn.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=162"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}