„Pegasus in Gorleben – Literatur und Dichtung zum atomaren Konflikt“
Sonntag, den 26. Februar, 17 Uhr, Große Diele im Künstlerhof
Das geflügelte Pferd, seit der Antike Sinnbild für die freie Dichtung, gibt den Namen für eine Lesung im Künstlerhof Schreyahn mit literarischen Texten zum jahrzehntelangen Konflikt um atomaren Müll in Gorleben und anderswo.
Im Rahmen der Veranstaltungen zum 40. Gründungsjubiläum der BI werden Schriftsteller und Schauspieler in Erinnerung rufen, was die Dichter und die Dichtung im heißen Kampf um das Atom zu sagen wussten: Der Autor Andreas Maier wird seinen schon fast legendären ZEIT-Artikel „Die Legende vom Salzstock“ lebendig werden lassen und seine Wanderung im Elbholz aus „Bullau“ schildern. Der Schauspieler Wolfgang Kaven liest die frühen Tagebücher von Hans Christoph Buch sowie Gedichte und Widerstands-Reden Nicolas Borns. Wolf Biermanns „Gorleben-Lied“ gehört ebenso dazu wie die von Ingrid Birkholz vorgetragenen Reflexionen von Christa Wolf, Dorothee Sölle und Marie Luise Kaschnitz: Kein idyllischer Rückblick, kein Poesiealbum, sondern engagierte Literatur, begleitend, zweifelnd, mahnend, anspornend, vorausschauend. Die Moderation hat Axel Kahrs. Der Eintritt ist frei, der Erkenntnisgewinn sicher.
Autorenlesung mit Ulrich Peltzer
Freitag, 14. Oktober 2016, 19.30 Uhr, Große Diele im Künstlerhof
Der Schriftsteller Ulrich Peltzer gilt als renommierter Fachmann für politische Zeitdiagnose im Gegenwartsroman. Wenn er nun im Künstlerhof sein neues Werk „Das bessere Leben“ (2015) vorstellt, so finden seine Leser und Zuhörer wieder die schillernden Anti-Helden, schwankend zwischen Karriere und Idealismus in Zeiten der Finanzen und Globalisierung. Die Kritik lobte das Buch wegen der „aufgesprengten Sätze, der dem Alltag abgelauschten zerrissenen Dialoge, der farbigen Collagen und großzügigen Zeitsprünge“ (taz).
Die öffentliche Lesung ist Auftakt einer Tagung der Leuphana Universität Lüneburg über „Ästhetiken des Widerstands“, gefördert wird sie von der Lüchower Nicolas Born-Stiftung, Büchertisch der Alten-Jeetzel-Buchhandlung Lüchow.
Langensalza 1866, Niedersachsen 1946 und wir 2016
Dienstag, 1. November 2016, 19:30 Uhr
Der Wendländische Geschichts- und Altertumsverein e.V. (WGAV) aus Lüchow (Wendland) lädt ein zu dem Vortrag „Langensalza 1866, Niedersachsen 1946 und wir 2016“. Er findet am Dienstag, den 1. November 2016, dem 70. Jahrestag der Gründung des Bundeslandes Niedersachsen, um 19.30 Uhr im Künstlerhof statt. Der Referent Axel Kahrs wird den Spuren der niedersächsischen Landesgeschichte auch anhand literarischer Zeugnisse nachgehen und darüber nachdenken, inwieweit auch wir heute noch von den Konflikten der damaligen Zeit (die Welfen und ihre Politik, Hannover versus Preußen, Heimattreue und Widerstand) geprägt sind. Eine kleine Bilderschau zum Thema schließt den Vortrag ab.
Willkommen und Abschied – Ein Abend der Schreyahner Stipendiaten mit Bernd Wagner und Roza Domascyna
Freitag, den 23. September 2016, 19.30 Uhr, Große Diele im Künstlerhof
Bernd Wagner musste als Schriftsteller die DDR wegen seiner kritischen Schriften verlassen. Nun hat er sommers 2016 drei Monate lang in und um Schreyahn die ehemalige Zonengrenzregion des Wendlandes erkundet. Seine kritisch-liebvollen Notizen fasste er in seinem Buch „Unter Tieren – Schreyahner Journal“ zusammen, aus dem er Auszüge vortragen wird. Eine spannende Begegnung mit uns selbst …
Eine eher schwesterlich-brüderliche Begegnung wird es geben, wenn im zweiten Teil die jetzige Stipendiatin Roza Domascyna aus ihrem umfas-senden Werk vorlesen wird: Sie ist Sorbin mit Wohnsitz in Bautzen, ihre zweisprachige Literatur in Erzählung, Reportage und Gedicht ist die der Sorben und der wendischen Sprache, der Lausitzer und ihrer reichhaltigen kulturellen Tradition. Die Moderation und Gesprächsleitung hat Axel Kahrs.
Kulturfrühling Schreyahn: Schreibspielräume
Freies und Kreatives Schreiben mit Kindern. Ein Abend mit der Pädagogin und Autorin Eva Maria Kohl
Am 3. Mai 2016 um 19:30 Uhr wird Prof. Dr. Eva-Maria Kohl einen Blick in das “Archiv für Kindertexte”, das die Pädagogin und Autorin vor 15 Jahren an der Martin-Luther-Universität Halle gegründet hat, gewähren. Eva-Maria Kohl, die als Deutschdidaktikerin seit vielen Jahren zum freien und kreativen Schreiben mit Kindern arbeitet, wird Kindertexte aus diesem Archiv vorstellen, etwas zu ihrer besonderen Entstehungsgeschichte erzählen und ihre Ansätze in der Schreibarbeit mit Kindern beschreiben.
Kulturfrühling Schreyahn: „Die Manns“
Lesung mit Tilmann Lahme
Am 22. Mai 2016 um 17 Uhr stellt der FAZ-Redakteur und Lüneburger Kulturwissenschaftler Tilmann Lahme seine Sicht auf die Familie des Lite-raturnobelpreisträgers vor: „Die Manns – Geschichte einer Familie“. Es ist eine neue, erhellende Chronik der berühmten und begabten, aber auch zerrissenen und streitbaren Manns. Die ZEIT fand: „ein feinmaschig recherchiertes, in angenehmstem Parlando geschriebenes und taktsicheres Werk, das in keiner Handbibliothek mehr wird fehlen dürfen.“ – Moderation Axel Kahrs.
Kulturfrühling Schreyahn: Konzert mit Tomasz Prasqual
Konzert „Drei Perspektiven“ zeigt Arbeitsweise des vielbeachteten Virtuosen
Am 28. Mai 2016 um 19:00 Uhr schließt der Kulturfrühling Schreyahn für dieses Jahr: Der Komponist und Regisseur Tomasz Prasqual, Stipendiat des Künstlerhofs 2015, schlägt während seines dreiteiligen Konzertes den Bogen von Johann Sebastian Bach über eigene Arbeiten der Zeitgenössischen Musik, dem Zusammenspiel mit der Oboistin Hannah Weisbach bis zu elektronischer Musik, die Prasqual für das Ballett INFOLIA komponiert hat. Deutschlandradio Kultur sagt über den Künstler: „Eine ungewöhnliche Erscheinung in der zeitgenössischen Musik, quer zu allen Moden, Schulen und Strömungen: Das ist der 1981 in Polen geborene und in Köln lebende Komponist PRASQUAL. Schon der Name – stets in Versalien und ohne Vornamen – signalisiert den Anspruch: Diese Musik bewegt sich in großen Dimensionen.“