30.10.2026 um 19:00 Uhr: Herzliche Einladung zur Buchpremiere „Ein Glaube, der barfuß geht“ von und mit Gottfried Mahlke

Herzliche Einladung
Lesung & Gespräch
Moderation: Britta Gansebohm
Ort: Künstlerhof Schreyahn, Rundling 19, 29462 Wustrow
Kulturbeitrag: 10 Euro / ermäßigt 5 Euro
Wir freuen uns über Platzreservierungen unter info@salonkultur.de
- Parkplätze werden direkt nebenan auf dem Hof der Familie Oelke zur Verfügung gestellt. Bitte nicht im Rundling auf Rasenflächen parken.
- Getränke, Kaffee, Kuchen und Brot auf Spendenbasis
- Der Künstlerhof Schreyahn ist barrierefrei
Am Vorabend des Reformationstages, der an die 95 Thesen von Martin Luther vom 31. Oktober 1517 erinnert, begeben wir uns mit der Buchpremiere „Ein Glaube, der barfuß geht“ und dem Autor Gottfried Mahlke auf eine Suche und fragen danach, was Kirche heute sprachlich und menschlich vermissen lässt und was sie den Menschen eigentlich geben könnte. Martin Luther richtete sich in den 95 Thesen vor allem gegen den Ablasshandel der katholischen Kirche im Diesseits bei dem gegen Geldzahlung Strafen im Jenseits aufgehoben werden sollten. Martin Luther legte dar, dass der Ablasshandel primär zur Finanzierung des Petersdoms in Rom genutzt wurde. In seinen Thesen stellte Luther die Macht des Papstes in Frage, der sich selbst dazu ermächtigte Sündenstrafen für Menschen zu erlassen, um den Bau einer Kirche damit zu finanzieren. Luther kritisierte, dass der Papst den Petersdom mit dem Geld armer Gläubiger statt mit den eigenen Mitteln bauen wollte.
Christsein heute: Glaube als Erfahrung
Gottfried Mahlke, evangelischer Theologe und langjähriger Seelsorger, beschreibt in seinem Buch die Abkehr von einem dogmatisch geprägten, wortwörtlichen Bibelverständnis hin zu einer offenen, erfahrungsbezogenen Spiritualität.
Durch die praktische Arbeit als Pastor veränderte sich seine seelsorgerliche Haltung. Als junger Pastor fühlte er sich den existenziellen Nöten seiner Gemeindemitglieder nicht gewachsen, die bei Ehekrisen, Todesfällen oder persönlichen Zusammenbrüchen auf ihn zukamen. Trotz fundierter Kenntnisse in alten Sprachen, Theologie und Kirchengeschichte fehlte ihm die Fähigkeit für die Begleitung von Menschen in Krisensituationen. Seine Ausbildung, so bilanziert er selbstkritisch, habe ihn auf Texte vorbereitet, nicht auf Menschen.
Erst durch Weiterbildungen in Beratung und Seelsorge und seine Tätigkeit als Krankenhausseelsorger an der MHH und Seelsorgeausbilder veränderte sich sein Zugang grundlegend. Er kritisiert, dass weiterhin Seelsorge eine Nebensache in der kirchlichen Ausbildung und Praxis darstellt.
Diese Praxis der Seelsorge prägte auch seinen Umgang mit der Bibel. Mahlke versteht sie nicht als wörtlich inspiriertes „Gottes Wort“, sondern als Sammlung menschlicher Erfahrungen mit dem Göttlichen. Entscheidend sei nicht mehr die „richtige“ Lehre, sondern die Fähigkeit, zuzuhören und Resonanz zu geben. Menschen selbst wurden für ihn zu „lebendigen Dokumenten“ göttlicher Wirklichkeit. Die biblischen Texte sind für ihn zeitgebundene Deutungen, geprägt von den jeweiligen historischen und kulturellen Kontexten. Für ihn ist Glaube kein Für-wahr-Halten von Dogmen, sondern Vertrauen – ein existenzielles Sich-Anvertrauen an das Leben, Verbunden-sein mit der ganzen Schöpfung.
Das Buch ist zugleich eine Anfrage an die heutigen Kirchen, deren Sprache und Formen oft an der Lebenswirklichkeit der Menschen vorbeigehen. Wann kommen notwendige Reformbestrebungen in den Kirchen? Was lehren uns die leeren Bänke? Gottfried Mahlke plädiert für einen Glauben, der bei den Erfahrungen der Menschen ansetzt. Sein Fazit ist eine Einladung: Christlicher Glaube und christliche Gemeinde entstehen dort, wo Menschen ehrlich nach dem suchen, was ihr Leben trägt.

Gottfried Mahlke, geb. 1947, Ev. Theologe. 1974 bis 1988 Gemeindepfarrer in Gartow. Ausbildungen zum Ehe- und Lebensberater, Pastoralpsychologische Weiterbildungen in Seelsorge, Supervision und Kursleitung (KSA). 1989 bis 2010 Krankenhausseelsorger an der Med. Hochschule Hannover. Er war Leiter des Pastoralklinikums – Zentrum für Klinische Seelsorgeausbildung der hannoverschen Landeskirche. Er hat über 30 Jahre lang viele Pastorinnen und Pastoren, Diakone und Diakoninnen, Priester und katholische Pastoralreferenten in Seelsorge ausgebildet und viele Hospizgruppen supervisorisch begleitet. Er lebt in Luckau im Wendland.
©Gottfried Mahlke, Foto von privat
Kontakt:
Britta Gansebohm
Künstlerische Leitung der Stipendiatenstätte Künstlerhof Schreyahn
& Der Literarische Salon
Buchpräsentationen • Literaturfestivals
Konzeption • Organisation • Moderation
Mobil: +49-(0)175-52 70 777
E-Mail: britta.gansebohm@salonkultur.de