07.12.2022 um 19:00 Uhr: Lesung & Gespräch mit Akos Doma zu seinem Roman „Der Weg der Wünsche“

Moderation: Britta Gansebohm
Ort: Künstlerhof Schreyahn, Rundling 19, 29462 Wustrow
Eintritt: 8 Euro / ermäßigt 4 Euro, kostenlos für alle Menschen unter 18 Jahren.
Reservierung der Eintrittskarten unter britta.gansebohm@salonkultur.de
Akos Doma ist derzeit Stipendiat im Künstlerhof Schreyahn. Dort präsentiert er seinen Roman über eine Familie auf der Flucht. Akos Doma, der selbst als Jugendlicher mit seiner Familie Ungarn verließ, zeigt in seinem Buch, was Heimatlosigkeit und Ungewissheit im Menschen anrichten können – und wie sie ihn verändern.

Der Weg der Wünsche – Inhalt:
Es beginnt mit einem Kindergeburtstag im Kreis der Familie, doch nicht nur die Kirschbäume werfen ihre Schatten: Für die Eltern Teréz und Károly ist das Leben im sozialistischen Ungarn unerträglich geworden. Niemand darf von ihren Fluchtplänen erfahren – schon gar nicht die Kinder Misi und Borbála, die einem Urlaub am Plattensee entgegenfiebern und sich bald wundern müssen, als der geliebte See am Fenster vorbeifliegt. Mit viel Wagemut schaffen es die vier über die Grenze nach Italien – dort stellt sie der sich endlos dehnende Sommer im desolaten Auffanglager auf eine Probe, die keinen von ihnen unberührt lässt: Károly und Teréz werden sich fremd; der achtjährige Misi erfährt die volle Härte der Erwachsenenwelt; Borbála verliebt sich zum ersten Mal. Auch längst Vergangenes bricht auf: Teréz musste als junges Mädchen vor der heranrückenden Ostfront fliehen, Károly wurde mit seiner Mutter zwangsausgesiedelt. Die Familie droht zu zerbrechen, noch bevor sie ihr Ziel – Deutschland – erreicht …
Akos Doma, geboren 1963 in Budapest, wuchs in Ungarn, Italien und England auf, bevor er mit vierzehn Jahren nach Deutschland kam. Er studierte Anglistik, Amerikanistik und Germanistik und promovierte über Knut Hamsun und D. H. Lawrence im Kontext des modernistischen Romans. Seine Übersetzungen ungarischer Literatur u.a. von Sándor Márai, Péter Nádas, László F. Földényi und Béla Hamvas wurden mehrfach prämiert. Für seine Romane Der Müßiggänger (2001) und Die allgemeine Tauglichkeit (2011) erhielt er zahlreiche Stipendien und Preise, u.a. den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis, den Dresdner Stadtschreiber, das Prager Literaturstipendium sowie Literaturstipendien des Freistaats Bayern und des Deutschen Studienzentrums in Venedig. 2016 erschien beim Rowohlt Berlin Verlag sein dritter Roman Der Weg der Wünsche, der für den Deutschen Buchpreis 2016 nominiert wurde. Das von ihm übersetzte Buch Lob der Melancholie von László F. Földényi erhielt 2020 den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung.