Róža Domašcyna erhält den Sächsischen Literaturpreis 2018

Mit dem Sächsischen Literaturpreis 2018 wird die auf Deutsch und Sorbisch schreibende Autorin und Übersetzerin Róža Domašcyna geehrt. Der Preis wird während einer Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Landnahme“ des Sächsischen Literaturrates im Herbst des Jahres an die Autorin übergeben. „Mit der Verleihung des Literaturpreises würdigen wir ausdrücklich Frau Domašcynas umfangreiches sorbisches und deutschsprachiges literarisches Werk und möchten zudem die Öffentlichkeit auf diese großartige Autorin aufmerksam machen.“, so Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange. Jurymitglied Karin Großmann begründet: „Das erste Buch von Róža Domašcyna, das 1991 in deutscher Sprache erschien, hieß ,Zaungucker‘, und dieser Titel wurde Programm für die Schriftstellerin. Sie lebt und schreibt auf beiden Seiten des Zauns. Mit schöner Selbstverständlichkeit wechselt sie zwischen dem Sorbischen und dem Deutschen, zwischen Lyrik und Prosa, Ironie und Andacht, Ernst und Spiel. In ihrem Doppelland zeigt sie fantastische Sprachkunststücke. Ihre Texte bestechen durch originelle Bilder, poetische Klänge und einen vertrackten Hintersinn. Den Stoff holt Róža Domašcyna oft aus ihrer Umgebung. Kritisch beobachtet sie die Umbrüche in den Dörfern der Lausitz – im Kleinen entdeckt sie eine ganze Welt.“ Der Jury gehören der Verleger Andreas Heidtmann, die Schriftstellerin Undine Materni sowie die Journalisten und Literaturkritiker Karin Großmann, Katrin Wenzel und Dr. Tomas Gärtner an. Róža Domašcyna wurde 1951 in Zerna bei Kamenz (Oberlausitz) geboren und lebt heute als freischaffende Autorin in Bautzen. Sie hat zahlreiche Lyrikbände veröffentlicht, darunter auch Künst¬ler¬bücher. Zudem hat sie Nach¬dichtungen verfasst, Theater¬stücke herausgegeben, Hör¬spiele und Features veröffentlicht. 2016 hatte sie ein Literaturstipendium auf dem Künstlerhof...

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Inger-Maria Mahlke gewinnt den Deutschen Buchpreis 2018

Unsere derzeitige Stipendiatin Inger-Maria Mahlke hat heute mit ihrem Roman Archipel den Deutschen Buchpreis 2018 gewonnen. Der Preis wird immer zu Beginn der Frankfurter Buchmesse an die beste literarische Neuerscheinung vergeben. Nach fünf Jahren geht der Preis erstmals wieder an eine Autorin. Er ist mit 25.000€ dotiert. Die Begründung der Jury: „Der Archipel liegt am äußersten Rand Europas, Schauplatz ist die Insel Teneriffa. Gerade hier verdichten sich die Kolonialgeschichte und die Geschichte der europäischen Diktaturen im 20. Jahrhundert. Inger-Maria Mahlke erzählt auf genaue und stimmige Weise von der Gegenwart bis zurück ins Jahr 1919. Im Zentrum stehen drei Familien aus unterschiedlichen sozialen Klassen, in denen die Geschichte Spaniens Brüche und Wunden hinterlässt. Vor allem aber sind es die schillernden Details, die diesen Roman zu einem eindrücklichen Ereignis machen. Das Alltagsleben, eine beschädigte Landschaft, aber auch das Licht werden in der Sprache sinnlich erfahrbar. Faszinierend ist der Blick der Autorin für die feinen Verästelungen in familiären und sozialen Beziehungen.“ Am 24. August 2018 hat Mahlke in einer Vorpremiere im Künstlerhof aus ihrem Roman gelesen. Die Stipendiatenstätte Künstlerhof Schreyahn gratuliert ganz herzlich zu diesem...

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21.02.2018 Wer liest gewinnt

Am 21.Februar fand der diesjährige Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs im Künstlerhof Schreyahn statt. Ausgerichtet wird er von der Alten Jeetzel Buchhandlung aus Lüchow und der Buchhandlung Buch und Musik aus Dannenberg in Kooperation mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels. 7 Sechstklässler lasen um die Wette. Für den Landkreis Lüchow-Dannenberg fährt Lino Sambou zur nächsten Wettbewerbsetappe nach Hannover. Herzlichen...

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Buchpräsentation „Unter Freunden – Nicolas Born: Leben, Werk und Wirkung“

Buchpräsentation „Unter Freunden – Nicolas Born: Leben, Werk und Wirkung“ Buchpremiere im Künstlerhof: Das demnächst im Wallstein Verlag (Göttingen) erscheinende Buch „Unter Freunden – Nicolas Born: Leben, Werk und Wirkung“ wird einen Tag nach der Verleihung des niedersächsischen Nicolas- Born-Preises im Künstlerhof Schreyahn der Öffentlichkeit präsentiert. Diese Publikation, die von Axel Kahrs herausgegeben und vom niedersächsischen MWK, der Born-Stiftung (Lüchow) und dem Landkreis Lüchow-Dannenberg gefördert wird, will interessierten Lesern, sowohl Einsteigern als auch Kennern, ein differenziertes und vielstimmiges Bild des Schriftstellers vermitteln. Der Lebensweg und das Schaffen Nicolas Borns werden in einem einführenden Essay umrissen, bevor die Freunde und Weggefährten mit ihren Erinnerungen und Würdigungen zu Wort kommen. Zu den zahlreichen Beiträgern gehören auch Peter Handke, Günter Grass, Martin Walser, Volker Schlöndorff und Michael Krüger. Die Freunde und Gäste des Künstlerhofes haben nun die Gelegenheit, das neue Buch kennen zu lernen, zahlreiche Autoren haben dazu ihr Kommen angesagt: Der Journalist Kai Hermann („Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“) wird sich in einem eigens für das Buch verfassten und bislang ungedruckten Rückblick an den Konflikt mit Nicolas Born erinnern, der zum Roman „Die Fälschung“ führte; der Literaturwissenschaftler Joachim Kersten wird als Nachlassverwalter von Peter Rühmkorf dessen Born gewidmetes Gedicht „Vorvorletztes Lied“ sowie einen längeren, bislang unbekannten Abschiedsbrief Peter Rühmkorfs an den todkranken Freund vortragen; der Schauspieler Wolfgang Kaven, der in der “Fälschung“ mitspielte, liest nun aus den Erinnerungen Volker Schlöndorffs; der Büchner-Preisträger Arnold Stadler leuchtet die weniger beachteten frühen Jahre Borns in seinem eigens für das Buch verfassten Essay aus, und der Fotograf Otto Kiehn zeigt seine großformatigen Elbholzbilder – begleitet von Gedichtzitaten Borns. Moderation Axel Kahrs Freitag, 15. September 2017, 19.30 Uhr mit Büchertisch...

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Jan Wagner mit Georg-Büchner-Preis geehrt

  Der Künstlerhof Schreyahn gratuliert seinem Stipendiaten Jan Wagner von Herzen!   wendländisch für Christiane und Axel hier bin ich, trete hinaus zu meinem gefolge von maulwurfshügeln vorm haus, berechne gänsewinkel am himmel, betrachte am feldrand die birkenkorallen, im hof nebenan den pflug, der den rausch der letzten saison ausschläft. kein tag ohne springendes reh, ohne kranich und bussard, meine augenbeute. die alte villa des bergwerkdirektors – zwei pfauen lassen ihre mineralisch blaue ader durch den garten wachsen. am abend liegt das licht aus den wohnzimmern warm wie blütenstaub auf dem märzgras, und bauer oelkes milch in der karaffe aus glas, vergessen auf dem tisch, leuchtet, strahlt so hell, daß bis zum morgen die falter an die fensterscheiben prasseln. hier bin ich, wandere von köhlen über steine bis nach luckau, von lensian bis nach schlendrian und nach gusto bis wustrow wie durch ein stundenbuch, trete direkt vom winter in den frühling ein. und mit der plötzlichen sonne erscheint mein schatten auf der anderen seite vom graben, fliegt krächzend...

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Walden Deluxe – Improvisation im Künstlerhof

Musik erleben, sie auch haptisch und optisch erfahrbar machen – diesem Ziel hat sich in Hannover lebende Künstler Jörg Hufschmidt verschrieben. Im Jahr 2014 hielt er sich für einige Wochen in der „Floodwater Residency“ in der Nähe von Gartow auf. Beeindruckt von der Natur und der besonderen Stimmung des Wendlands schuf Jörg Hufschmidt mehrere Stücke, die neben improvisierter Musik am Sonnabend, 14. November um 19:30 Uhr zu hören sein werden. Seine Skulpturen und grafischen Arbeiten sind stets inspiriert von der Musik und der improvisatorischen Arbeit mit anderen Musikern, darunter Größen der Improvisationsmusik wie der Cellist Günther Christmann. Einfache, aber wirkungsvolle Skulpturen und Zeichnungen, die zum Beispiel auf der Snare-Drum, einer kleinen Trommel, entstehen, verknüpfen Musik und bildende...

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