16.11.2018 GESCHÖPFE – Thomas B. Schumann präsentiert die Autobiographie von Judith Kerr

Anlässlich des 95.Geburtstags der weltberühmten Kinderbuchautorin und Illustratorin Judith Kerr am 16. Juni 2018 erschien ihre Autobiographie “Geschöpfe. Mein Leben und Werk”, übersetzt aus dem Englischen von Ute Wegmann, im Verlag Edition Memoria. Der Verlag Edition Memoria ist der einzige Verlag in Deutschland, der ausschließlich Werke von Exilautoren veröffentlicht. Thomas B. Schumann, der Verleger der Edition Memoria, bringt die Autobiografie dieser großartigen Autorin ins Wendland. Die Schauspielerin Ingrid Birkholz wird Judith Kerr ihre Stimme leihen. „Dieses Buch ist den eineinhalb Millionen jüdischen Kindern mit all ihren ungemalten Bildern gewidmet, die nicht so viel Glück hatten wie ich“, steht am Ende. Judith Kerrs Geschichte ist ungewöhnlich und doch auch typisch für einige Schicksale im 20. Jahrhundert: Nach der Flucht wollten die Kerrs das gerettete Leben unbedingt gut nutzen. Geschöpfe ist eine reich bebilderte Autobiografie der Schöpferin von Klassikern wie „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“, „Ein Tiger kommt zum Tee“ und der „Mog“-Serie – von der Berliner Kindheit über die Emigration in die Schweiz und nach Paris bis zur Ausbildung und dem Wirken in London. Das besondere Vergnügen liegt darin, dass sie – begleitet von einer Schatzkiste voller Illustrationen, Fotos und Erinnerungsstücken – die Geschichte ihres Lebens gewohnt warmherzig selber erzählt. Alles das gibt unvergessliche Einblicke in ein von Kindheit an bewegtes Leben und in den kreativen Entstehungsprozess der beliebten Geschichten. Beginn 19.30 Uhr in der großen Diele – mit...

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19.10.2018 Das Kaff – Jan Böttcher liest aus seinem Lüneburg-Roman

Familie, Freunde, Erinnerung? Darauf hat Architekt Michael Schürtz nie etwas gegeben. Er ist für die Karriere in die Großstadt gezogen und kehrt nur widerwillig für einen Bauleiterjob in seinen Heimatort zurück. Doch die Menschen kommen ihm näher, als er möchte. Und irgendwann muss er einsehen, dass er nie mehr war als das: ein Nobody aus einem Kaff in der norddeutschen Tiefebene. Und dass sein Leben hier und jetzt beginnen kann. »Mit viel Witz und leiser Wehmut erzählt Jan Böttcher von der Rückkehr ins Kaff als Rückkehr zum Ich.« Benedict Wells »Das Kaff zeigt eindrücklich die Unterschiede zwischen Stadt und Land, Oben und Unten, die kulturelle Kluft. Hier wird der Riss spürbar, der die Welt zurzeit spaltet. Wer die Gegenwart verstehen will, muss Jan Böttcher lesen.« Jan Brandt Freitag, 19.10.2018 Beginn 19.30 Uhr in der großen Diele – mit...

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21.09.2018 Sturm und Stille – Jochen Missfeldt liest aus seinem Roman

20 Jahre ist es her, dass Jochen Missfeldt als Stipendiat in Schreyahn gewesen ist und hier seinen Roman Gespiegelter Himmel begann. Er blieb dem Künstlerhof stets verbunden und kehrt nun zurück um aus seinem letzten Roman Sturm und Stille zu lesen: In Sturm und Stille erzählt Jochen Missfeldt von der Liebe zwischen Theodor Storm und seiner späteren Ehefrau Doris Jensen. 1846, kurz nach seiner Hochzeit, geht der Dichter Theodor Storm eine Liebesbeziehung mit Doris Jensen ein, Tochter eines Husumer Senators. Dessen Familie zählt, wie auch Storms, zum Husumer Patriziat: Man besucht sich, unterhält bei Tee und Punsch, Whist und L’Hombre freundschaftliche Beziehungen. Die Liebe zu Doris ist für Storms junge Ehe eine schwere Belastung. Erst 1848, seine Frau Constanze ist im dritten Monat schwanger, geht Doris auf Druck der Familienoberen von Husum fort. In seiner Storm-Biografie wird die Liebesbeziehung zwischen Doris Jensen und Theodor Storm zwar beleuchtet, aber die Zeit, die Doris in der „gesellschaftlichen Verbannung“ verbringt, ist wenig dokumentiert. Fünfzehn Jahre lang zieht sie von Ort zu Ort – bis ihr Leben eine unerwartete Wendung nimmt. Es ist die Geschichte einer besonderen Frau, die allen gesellschaftlichen Konventionen zum Trotz ihre eigenen Wege geht. Moderation Axel Kahrs Beginn 19.30 Uhr in der großen Diele – mit...

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24.08.2018 Archipel – Inger-Maria Mahlke liest aus ihrem soeben erschienen Roman

„Es ist der 9. Juli 2015, vierzehn Uhr und zwei, drei kleinliche Minuten. In La Laguna, der alten Hauptstadt des Archipels, beträgt die Lufttemperatur 29,1 Grad. Der Himmel ist klar, wolkenlos und so hellblau, dass er auch weiß sein könnte“. Damit fängt es an. Und mit Rosa, die zurückkehrt auf die Insel und in das heruntergewirtschaftete Haus der vormals einflussreichen Bernadottes. Rosa sucht. Was, weiß sie nicht genau. Doch für eine Weile sieht es so aus, als könnte sie es im Asilo, dem Altenheim von La Laguna, finden. Ausgerechnet dort, wo Julio noch mit über neunzig Jahren den Posten des Pförtners innehat. Julio war Kurier im Bürgerkrieg, war Gefangener der Faschisten, er floh und kam wieder, und heute hütet er die letzte Lebenspforte der Alten von der Insel. Julio ist Rosas Großvater. Von der mütterlichen Seite. Einer, der Privilegien nur als die der anderen kennt. Inger-Maria Mahlke ist derzeit als Stipendiatin zu Gast auf dem Künstlerhof. Sie ist in nur wenigen Jahren zu einer der renommiertesten deutschen Schriftstellerinnen avanciert und hat sich mit jedem ihrer Bücher thematisch und formal weiter vorgewagt. In „Archipel“ führt sie rückwärts durch ein Jahrhundert voller Umbrüche und Verwerfungen, großer Erwartungen und kleiner Siege. Es ist Julios Jahrhundert, das der Bautes und Bernadottes, der Wieses, der Moores und González‘ – Familiennamen aus ganz Europa. Aber da sind auch die, die keine Namen haben: Die Frau etwa, die für alle nur ‚die Katze‘ war: unverheiratete Mutter, Köchin, Tomatenpackerin – und irgendwann verschwunden. Denn manchmal bestimmen Willkür, Laune, Zufall oder schlicht: mitreißende Erzählkunst über das, was geht, und das, was kommt. Ein großer europäischer Roman von der Peripherie des Kontinents: der Insel des ewigen Frühlings, Teneriffa. Freitag, 24.08.2018 Beginn 19.30 Uhr in der großen Diele – mit...

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17.06.2018 „Hugo Körtzinger in Schnega“ und „Arno Schmidt in Hitzacker“ – zwei Buchpräsentationen und Erkundungen vor Ort

Mit den Neuerscheinungen über den Maler, Musiker und Barlachfreund Hugo Körtzinger einerseits und den Dichter des Monumentalwerkes „Zettels Traum“ andererseits stellt die Stipendiatenstätte in Schreyahn zwei Bücher über Künstler im Wendland in den Mittelpunkt ihrer Veranstaltung, die bislang zu wenig beachtet oder so kaum bekannt waren. Hugo Körtzinger (1892 – 1967), dessen Lebenswerk in seinem Atelier in Schnega eindrucksvoll zu besichtigen ist, wurde lange Zeit in der Regionalkunde vernachlässigt. Erst mit dem von Professor Arne Körtzinger gegründeten Förderverein gelang es seit 2010, das original erhaltene Atelier mit der Orgel und das überlieferte Gesamtwerk des auch literarisch tätigen Künstlers nach einer denkmalgerechten Sanierung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Mit der Broschüre „Hugo Körtzinger in Schnega“ aus der Reihe „Menschen und Orte“ (Edition A. B. Fischer) haben Helga Thieme und Angelika Fischer nun eine Einführung zur Person und zum Werk Körtzingers erstellt, die in Bild und Text die vielen Facetten des Schnegaer Denkmals erschließt. Arne Körtzinger wird dazu im Künstlerhof Schreyahn seinen Verwandten in einem Bildervortrag vorstellen. Die Autorin Helga Thieme wird zudem aus dem Buch lesen.   Arno Schmidt (1914 – 1979), dessen Lebenswerk an seinem langjährigen Wohnort in Bargfeld bei Celle von einer gleichnamigen Stiftung betreut wird, kam kurz nach der Vollendung seines Hauptwerkes „Zettels Traum“ 1969 für einen Tag nach Hitzacker, nur ein paar dürre Tagebucheinträge seiner Frau und wenige Fotos von ihm vor Ort sind überliefert. Axel Kahrs, langjähriger Leiter des Künstlerhofes, hat über Jahre hinweg minutiös alles zusammengetragen, was den Besuch betrifft. Das Ergebnis ist seine Studie „Arno Schmidt in Hitzacker und an der Elbe“ (Köhring Verlag), die sowohl die Fotos und das Tagebuch, als auch die besuchten Stätten der Stadt wie das Cavaliershaus und die Riesenkastanie präsentiert. In Schreyahn wird der Besuch in Textauszügen, Zitaten und Werkproben, gelesen von dem Schauspieler Wolfgang Kaven, aus dem neuen Buch vorgestellt.   Nach den Buch-Präsentationen und dem möglichen Erwerb eines Exemplars folgt eine Mittagspause mit der Gelegenheit zum Essen, ehe in Schnega (ca. 18 km entfernt) ab 14.30 Uhr ein Besuch des Körtzinger-Ateliers (am Markt 6) angeboten wird, und um 16 Uhr in Hitzacker (ca. 28 km entfernt) eine Stadtführung auf den Spuren Schmidts folgt (ab Parklatz Lanke rechts vor der Brücke). So., 17. Juni 2018, ab 11.30 Uhr im Künstlerhof...

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20.04.2018 Stipendiatenlesung: Jens Eisel liest aus seinem Roman Bevor es hell wird

Als Alex aus dem Knast kommt, ist alles anders. Er erinnert sich gut an die schönen Tage in seiner Kindheit, in denen er mit seinem Bruder Dennis um die Backsteinhäuser im Viertel gezogen ist. Daran, wie er den Schiffen auf der Elbe nachgesehen hat, wenn ihre Mutter auf der Arbeit war. Es war keine sorgenfreie, aber eine glückliche Zeit. Bis die Mutter starb. Die alten Häuser gibt es noch. Aber Dennis gibt es nicht mehr. Der ist nach dem Tod der Mutter mit der Bundeswehr nach Afghanistan gegangen. Und als er wieder zurückkam, war nichts wie zuvor. – Wie kein anderer macht Jens Eisel einfache Menschen zu den Helden seiner Geschichten. In seinem ersten Roman erzählt er mit großer emotionaler Kraft von Kiez, zwei Brüdern und einer Verbundenheit, die keine Grenzen kennt. Jens Eisel, geboren 1980 in Neunkirchen/Saar, lebt in Hamburg. Nach einer Schlosserausbildung arbeitete er unter anderem als Lagerarbeiter, Hausmeister und Pfleger. Er studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig und war 2013 Finalist beim Literaturpreis Prenzlauer Berg. Mit seiner Story »Glück« gewann er im selben Jahr den Open Mike. Freitag, 20.04.2018 Beginn 19.30 Uhr in der großen Diele – mit...

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