06.06.2026 um 16:00 Uhr: Harald Martenstein präsentiert seinen Roman „Wut“ (Ullstein Taschenbuch, erschienen im November 2024) und liest Kolumnen aus den Bänden „Alles im Griff auf dem sinkenden Schiff: Optimistische Kolumnen“ (C. Bertelsmann Verlag, 2022) sowie „Es wird Nacht Señorita. Gedanken über die Beglückungen der Gegenwart“ (C. Bertelsmann Verlag, 2024).

Herzliche Einladung
Lesung & Gespräch
Moderation: Britta Gansebohm
Ort: Künstlerhof Schreyahn, Rundling 19, 29462 Wustrow
Kulturbeitrag: 10 Euro / ermäßigt 5 Euro
Da die Plätze begrenzt sind, wird eine Anmeldung empfohlen unter info@salonkultur.de
- Parkplätze werden direkt nebenan auf dem Hof der Familie Oelke zur Verfügung gestellt. Bitte nicht im Rundling auf Rasenflächen parken.
- Getränke, Kaffee, Kuchen und Brot auf Spendenbasis
- Der Künstlerhof Schreyahn ist barrierefrei
- Büchertisch: Buch und Musik, Doris Haase-Mohrmann, Hitzacker
Der autofiktionale Roman „Wut“ von Harald Martenstein, erschienen als Hardcover im Februar 2021 und liegt seit November 2024 als Taschenbuch vor.
Darin setzt sich der Autor mit der körperlichen und seelischen Misshandlung durch eine gewalttätige Mutter auseinander. Der Ich-Erzähler Frank ist der Wut seiner Mutter Maria ausgeliefert, die selbst aus einem traumatischen Umfeld stammt (Krieg, Aufwachsen im Bordell und parallel dazu in der Klosterschule) und ihr verpatztes Leben an ihrem Sohn abreagiert. Nachdem Frank als Jugendlicher aus dem Fenster springt und den Kontakt abbricht, versucht er als Erwachsener, die Hintergründe der Gewalt zu verstehen, indem er die Lebensgeschichte seiner Mutter rekonstruiert. Der Roman beleuchtet die Themen Kindesmisshandlung, generationenübergreifende Gewalt, Nachkriegszeit und Heilungsprozess, in dem der Teufelskreis der Gewalt, die Schwierigkeit, die Wunden der Kindheit zu heilen, und die ambivalenten Gefühle von Verachtung, Mitleid und Abhängigkeit zwischen Mutter und Sohn literarisch bearbeitet werden.
Inhalt:
Frank ist der Wut seiner Mutter ausgeliefert. Sie schlägt ihn, immer wieder. Er steht ihren Träumen im Weg. Erst kam der Krieg, dann das Bordell, wo sie in der Nachkriegszeit Unterschlupf fand, dann die Klosterschule. Und jetzt das Kind. Eines Tages eskaliert ein Streit, und Frank springt aus dem Fenster. Er kehrt nie wieder nach Hause zurück. Aber die Wut seiner Mutter wird er nicht mehr los.
Pressestimmen
„Mit WUT ist ihm etwas ganz anderes, Großes gelungen: ein Roman zu einem bitterernsten Thema, eine traurige, harte Geschichte, bei der die Gefahr groß ist, den Ton nicht zu treffen, in Vorwürfe abzugleiten oder in Pathos.“
dpa
„Ein Kind, ein Jugendlicher, misshandelt und verwirrt, kämpft sich ins Leben. Ein Erwachsener erzählt davon, wach, wütend, witzig und empathisch, zeithistorisch bewusst, atmosphärisch dicht. Großartig, mitnehmend. Und mitreißend.“
Der Tagesspiegel
„Das hat mir am Roman so gut gefallen – dass Sie ihn wirklich als Erkenntnisinstrument benutzen, weil Sie der Geschichte dieser Mutter nachgehen und die Frage stellen: Wie wird ein Mensch so?“
SWR2Lesenswert

Harald Martenstein, geboren 1953 in Mainz, schreibt Kolumnen und Romane und ist Autor zahlreicher Bücher. Er lebt in Berlin und in der Uckermark. Für seine Arbeit wurde er mit dem Egon-Erwin-Kisch-, dem Henri-Nannen- und dem Theodor-Wolff-Preis sowie dem Curt-Goetz-Ring und dem Georg-K.-Glaser-Preis ausgezeichnet. 2023 erhielt er den Medienpreis für Sprachkritik der Gesellschaft für deutsche Sprache. 2004 erhielt er den Egon-Erwin-Kisch-Preis für einen Text über die Erb- und Führungsstreitigkeiten im Frankfurter Suhrkamp Verlag. Dieser Text wurde durch die fehlende Kooperationsbereitschaft der Verlagschefin auch zu einer Reportage über investigativen Kulturjournalismus. Im Februar 2007 erschien Martensteins Roman „Heimweg“, eine Art deutscher Familienchronik der Nachkriegszeit, für den er im selben Jahr mit dem Corine-Debütpreis ausgezeichnet wurde. Außerdem erschienen regelmäßig Bände mit gesammelten Zeit-Kolumnen.
Martenstein war mehr als 30 Jahre Redakteur und Autor beim „Tagesspiegel“, bis dessen Chefredaktion eine seiner Kolumnen nachträglich aus dem Netz entfernte und eine Erklärung veröffentlichte, in der sie sich von ihm distanzierte und ihm vorwarf, er „provoziere“ und begebe sich „in Graubereiche“. Martenstein, bekannt als langjähriger Kolumnist bei der Zeit und dem Tagesspiegel sowie aktueller Autor bei Bild und Welt am Sonntag, gilt als einer der profiliertesten Kommentatoren des Landes.
Harald Martenstein erhält den Deutschen Sprachpreis 2026 der Henning-Kaufmann-Stiftung. Die Preisverleihung findet am 12. Juni 2026 um 18 Uhr im Rathaus Kassel statt. Martenstein wird für sein meisterhaftes publizistisches Handwerk, seinen zeitgemäßen, witzigen und teilweise sarkastischen Schreibstil sowie seinen eigenständigen Umgang mit der deutschen Sprache geehrt. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Laudatio hält Julia Klöckner, die Präsidentin des Deutschen Bundestages.
Kontakt:
Britta Gansebohm
Künstlerische Leitung der Stipendiatenstätte Künstlerhof Schreyahn
& Der Literarische Salon
Buchpräsentationen • Literaturfestivals
Konzeption • Organisation • Moderation
Mobil: +49-(0)175-52 70 777
E-Mail: britta.gansebohm@salonkultur.de