„Vom unruhigen Rand der Zeitgenossenschaft“
Am 21. Dezember 2017 ist Heinrich Bölls hundertster Geburtstag.
Seit seinem Tod im Jahre 1985 hat es in Deutschland keinen vergleichbaren öffentlichen Intellektuellen mehr gegeben: Böll legte sich mit der politischen Linken wie der Rechten an, mit der katholischen Kirche ebenso wie mit der Presse. Er setzte sich für Flüchtlinge aus Vietnam ein und für Dissidenten in Osteuropa. Er war ein Künstler und Intellektueller, der aktueller ist, als mancher glauben mag.
Von der äußerst umfangreichen Korrespondenz, die Heinrich Böll geführt hat, ist bislang nur wenig publiziert worden. Der Briefwechsel mit Kopelew erschien 2011, herausgegeben von Elsbeth Zylla, die die Veranstaltung mit ihrer fachlichen Expertise bereichern wird.
Heinrich Böll hat sich sehr für verfolgte Schriftsteller und Intellektuelle aus Osteuropa eingesetzt. Der Briefwechsel nahm keineswegs den Postweg, sondern wurde von “ Brieftauben“ transportiert, zum Beispiel über Journalisten, die in Moskau akkreditiert waren. Dazu gehörten Fritz Pleitgen, Klaus Bednarz, Dietrich Möller, Reinhard Meier und einige andere.
Die Schauspieler Agnes Müller und Wolfgang Kaven lesen literarische Texte und Auszüge aus dem Briefwechsel.
Vortrag und Lesung
Samstag 09.September , 17 Uhr in der Großen Diele des Künstlerhof
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Stiftung Leben und Umwelt, der Niedersächsischen Böll Stiftung statt. Informationen unter www.slu-boell.de