Inger-Maria Mahlke gewinnt den Deutschen Buchpreis 2018

Unsere derzeitige Stipendiatin Inger-Maria Mahlke hat heute mit ihrem Roman Archipel den Deutschen Buchpreis 2018 gewonnen. Der Preis wird immer zu Beginn der Frankfurter Buchmesse an die beste literarische Neuerscheinung vergeben. Nach fünf Jahren geht der Preis erstmals wieder an eine Autorin. Er ist mit 25.000€ dotiert. Die Begründung der Jury: „Der Archipel liegt am äußersten Rand Europas, Schauplatz ist die Insel Teneriffa. Gerade hier verdichten sich die Kolonialgeschichte und die Geschichte der europäischen Diktaturen im 20. Jahrhundert. Inger-Maria Mahlke erzählt auf genaue und stimmige Weise von der Gegenwart bis zurück ins Jahr 1919. Im Zentrum stehen drei Familien aus unterschiedlichen sozialen Klassen, in denen die Geschichte Spaniens Brüche und Wunden hinterlässt. Vor allem aber sind es die schillernden Details, die diesen Roman zu einem eindrücklichen Ereignis machen. Das Alltagsleben, eine beschädigte Landschaft, aber auch das Licht werden in der Sprache sinnlich erfahrbar. Faszinierend ist der Blick der Autorin für die feinen Verästelungen in familiären und sozialen Beziehungen.“ Am 24. August 2018 hat Mahlke in einer Vorpremiere im Künstlerhof aus ihrem Roman gelesen. Die Stipendiatenstätte Künstlerhof Schreyahn gratuliert ganz herzlich zu diesem...

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16.11.2018 GESCHÖPFE – Thomas B. Schumann präsentiert die Autobiographie von Judith Kerr

Anlässlich des 95.Geburtstags der weltberühmten Kinderbuchautorin und Illustratorin Judith Kerr am 16. Juni 2018 erschien ihre Autobiographie “Geschöpfe. Mein Leben und Werk”, übersetzt aus dem Englischen von Ute Wegmann, im Verlag Edition Memoria. Der Verlag Edition Memoria ist der einzige Verlag in Deutschland, der ausschließlich Werke von Exilautoren veröffentlicht. Thomas B. Schumann, der Verleger der Edition Memoria, bringt die Autobiografie dieser großartigen Autorin ins Wendland. Die Schauspielerin Ingrid Birkholz wird Judith Kerr ihre Stimme leihen. „Dieses Buch ist den eineinhalb Millionen jüdischen Kindern mit all ihren ungemalten Bildern gewidmet, die nicht so viel Glück hatten wie ich“, steht am Ende. Judith Kerrs Geschichte ist ungewöhnlich und doch auch typisch für einige Schicksale im 20. Jahrhundert: Nach der Flucht wollten die Kerrs das gerettete Leben unbedingt gut nutzen. Geschöpfe ist eine reich bebilderte Autobiografie der Schöpferin von Klassikern wie „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“, „Ein Tiger kommt zum Tee“ und der „Mog“-Serie – von der Berliner Kindheit über die Emigration in die Schweiz und nach Paris bis zur Ausbildung und dem Wirken in London. Das besondere Vergnügen liegt darin, dass sie – begleitet von einer Schatzkiste voller Illustrationen, Fotos und Erinnerungsstücken – die Geschichte ihres Lebens gewohnt warmherzig selber erzählt. Alles das gibt unvergessliche Einblicke in ein von Kindheit an bewegtes Leben und in den kreativen Entstehungsprozess der beliebten Geschichten. Beginn 19.30 Uhr in der großen Diele – mit...

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19.10.2018 Das Kaff – Jan Böttcher liest aus seinem Lüneburg-Roman

Familie, Freunde, Erinnerung? Darauf hat Architekt Michael Schürtz nie etwas gegeben. Er ist für die Karriere in die Großstadt gezogen und kehrt nur widerwillig für einen Bauleiterjob in seinen Heimatort zurück. Doch die Menschen kommen ihm näher, als er möchte. Und irgendwann muss er einsehen, dass er nie mehr war als das: ein Nobody aus einem Kaff in der norddeutschen Tiefebene. Und dass sein Leben hier und jetzt beginnen kann. »Mit viel Witz und leiser Wehmut erzählt Jan Böttcher von der Rückkehr ins Kaff als Rückkehr zum Ich.« Benedict Wells »Das Kaff zeigt eindrücklich die Unterschiede zwischen Stadt und Land, Oben und Unten, die kulturelle Kluft. Hier wird der Riss spürbar, der die Welt zurzeit spaltet. Wer die Gegenwart verstehen will, muss Jan Böttcher lesen.« Jan Brandt Freitag, 19.10.2018 Beginn 19.30 Uhr in der großen Diele – mit...

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21.09.2018 Sturm und Stille – Jochen Missfeldt liest aus seinem Roman

20 Jahre ist es her, dass Jochen Missfeldt als Stipendiat in Schreyahn gewesen ist und hier seinen Roman Gespiegelter Himmel begann. Er blieb dem Künstlerhof stets verbunden und kehrt nun zurück um aus seinem letzten Roman Sturm und Stille zu lesen: In Sturm und Stille erzählt Jochen Missfeldt von der Liebe zwischen Theodor Storm und seiner späteren Ehefrau Doris Jensen. 1846, kurz nach seiner Hochzeit, geht der Dichter Theodor Storm eine Liebesbeziehung mit Doris Jensen ein, Tochter eines Husumer Senators. Dessen Familie zählt, wie auch Storms, zum Husumer Patriziat: Man besucht sich, unterhält bei Tee und Punsch, Whist und L’Hombre freundschaftliche Beziehungen. Die Liebe zu Doris ist für Storms junge Ehe eine schwere Belastung. Erst 1848, seine Frau Constanze ist im dritten Monat schwanger, geht Doris auf Druck der Familienoberen von Husum fort. In seiner Storm-Biografie wird die Liebesbeziehung zwischen Doris Jensen und Theodor Storm zwar beleuchtet, aber die Zeit, die Doris in der „gesellschaftlichen Verbannung“ verbringt, ist wenig dokumentiert. Fünfzehn Jahre lang zieht sie von Ort zu Ort – bis ihr Leben eine unerwartete Wendung nimmt. Es ist die Geschichte einer besonderen Frau, die allen gesellschaftlichen Konventionen zum Trotz ihre eigenen Wege geht. Moderation Axel Kahrs Beginn 19.30 Uhr in der großen Diele – mit...

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24.08.2018 Archipel – Inger-Maria Mahlke liest aus ihrem soeben erschienen Roman

„Es ist der 9. Juli 2015, vierzehn Uhr und zwei, drei kleinliche Minuten. In La Laguna, der alten Hauptstadt des Archipels, beträgt die Lufttemperatur 29,1 Grad. Der Himmel ist klar, wolkenlos und so hellblau, dass er auch weiß sein könnte“. Damit fängt es an. Und mit Rosa, die zurückkehrt auf die Insel und in das heruntergewirtschaftete Haus der vormals einflussreichen Bernadottes. Rosa sucht. Was, weiß sie nicht genau. Doch für eine Weile sieht es so aus, als könnte sie es im Asilo, dem Altenheim von La Laguna, finden. Ausgerechnet dort, wo Julio noch mit über neunzig Jahren den Posten des Pförtners innehat. Julio war Kurier im Bürgerkrieg, war Gefangener der Faschisten, er floh und kam wieder, und heute hütet er die letzte Lebenspforte der Alten von der Insel. Julio ist Rosas Großvater. Von der mütterlichen Seite. Einer, der Privilegien nur als die der anderen kennt. Inger-Maria Mahlke ist derzeit als Stipendiatin zu Gast auf dem Künstlerhof. Sie ist in nur wenigen Jahren zu einer der renommiertesten deutschen Schriftstellerinnen avanciert und hat sich mit jedem ihrer Bücher thematisch und formal weiter vorgewagt. In „Archipel“ führt sie rückwärts durch ein Jahrhundert voller Umbrüche und Verwerfungen, großer Erwartungen und kleiner Siege. Es ist Julios Jahrhundert, das der Bautes und Bernadottes, der Wieses, der Moores und González‘ – Familiennamen aus ganz Europa. Aber da sind auch die, die keine Namen haben: Die Frau etwa, die für alle nur ‚die Katze‘ war: unverheiratete Mutter, Köchin, Tomatenpackerin – und irgendwann verschwunden. Denn manchmal bestimmen Willkür, Laune, Zufall oder schlicht: mitreißende Erzählkunst über das, was geht, und das, was kommt. Ein großer europäischer Roman von der Peripherie des Kontinents: der Insel des ewigen Frühlings, Teneriffa. Freitag, 24.08.2018 Beginn 19.30 Uhr in der großen Diele – mit...

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